Blaualgen haben auf der Wasseroberfläche in der Bringhäuser Bucht am Edersee giftgrüne Schlieren erzeugt.  | Bildquelle: dpa

Mehr Badeverbote Hitzesommer ließ Blaualgen blühen

Stand: 13.08.2019 21:54 Uhr

Wenn die Temperaturen steigen, nimmt auch die Zahl der Blaualgenblüten zu. Im vergangenen Jahr wurden deshalb so viele Badeverbote verhängt wie lange nicht mehr. Für die Grünen ist dafür auch die Bundesregierung verantwortlich.

Wegen des heißen Sommers im vergangenen Jahr wurden so viele Badeverbote wegen Blaualgenblüten verhängt wie seit Jahren nicht mehr. 2018 meldeten die Länder 47 Badeverbote - 2017 gab es lediglich 18 solcher Verbote, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage. Von 2011 bis 2016 wurden demnach jeweils nie mehr als 15 Badeverbote gemeldet.

Für die Grünen-Naturschutzexpertin Steffi Lemke ist die Entwicklung ein Beleg, dass die Klimakrise sich auf alle Lebensbereiche auswirke. "Statt kühler Erfrischung drohen in Hitzesommern wie 2018 in Zukunft Badeverbote", sagte Lemke der Zeitung.

Eine massenhafte Entwicklung von Blaualgenblüten sei insbesondere bei hohen Nährstoffgehalten zu erwarten, wobei der Phosphor eine herausragende Rolle spiele, schreibt das Ministerium.

Kritik an Klöckner

Lemke kritisierte die Bundesregierung: Diese lege "seit Jahren die Hände in den Schoß, wenn es um wirksame Maßnahmen gegen die Vergüllung in der Landwirtschaft und unsere Badeseen geht". Agrarministerin Julia Klöckner blockiere "weiterhin eine Düngeverordnung, die EU-Recht einhält und unsere Gewässer und das Grundwasser schützt". Dafür nehme Klöckner sogar Strafzahlungen an die EU in Kauf.

Über dieses Thema berichtete die ARD in "Brisant" Info am 26. Juli 2019 um 17:15 Uhr.

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