Ein Jugendlicher schaut auf sein Smartphone. Smartphones für Kinder verbieten? Der IT-Verband Bitkom sieht darin keine Lösung. Ganz anders als die Geschäftsführerin des Vereins Innocence in Danger. | Bildquelle: dpa

Bitkom-Studie Die Kindheit ist digital und mobil

Stand: 28.05.2019 12:34 Uhr

Schon ab sechs Jahren gehört das Smartphone für viele Kinder zum Alltag. Dabei nutzen sie es weniger zum Telefonieren. Es durchdringt alle Lebensbereiche. Wegdenken können es die wenigsten.

Die Kindheit ist digital. Und die Kindheit ist mobil. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Mehr als 900 Kinder ab sechs Jahren haben die Wissenschaftler befragt: Wie nutzen sie das Internet? Welche Rolle spielt das Smartphone dabei? Und wie verantwortungsbewusst gehen sie damit um?

Bitkom-Studie: Hohe Gerätenutzung bei Kinder und Jugendlichen
tagesschau 14:00 Uhr, 28.05.2019, Robert Holm, RBB

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Ab sechs Jahren nutzen die Kinder Smartphones

Das Ergebnis: Schon ab sechs Jahren nutzt mehr als die Hälfte aller Kinder ein Smartphone. 54 Prozent der Sechs- und Siebenjährigen nutzen Handy oder Tablet zumindest gelegentlich. 40 Prozent von ihnen sind zudem bereits online. Ab 12 Jahren sind es dann fast alle - und ab zehn Jahren besitzt die überwiegende Mehrheit, nämlich 75 Prozent, auch ein eigenes Smartphone. Vor fünf Jahren waren es nur 20 Prozent in dieser Altersgruppe.

"Das ist eine strukturelle Entwicklung", sagt ein Sprecher des Digitalverbands gegenüber tagesschau.de. Je mehr Menschen in der Gesellschaft Smartphone und Internet nutzen, je mehr und eher werden auch Kinder damit in Kontakt kommen. Bitkom-Präsident Achim Berg meint: "Smartphones lassen sich aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegdenken."

Online-Plattformen als wichtigster sozialer Treffpunkt

Die meisten Kinder und Jugendliche nutzen ihr Smartphone weit über die Telefonie hinaus. 88 Prozent der Zehn bis 18-Jährigen streamen Musik, 87 Prozent sehen Videos. Sie nutzen das Handy für Fotos, drehen eigene Videos und sie sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Sechs von zehn nutzen diese über das Smartphone. Online-Plattformen seien der wichtigste soziale Treffpunkt für Jugendliche, sagt Berg.

Je nach Altersgruppe nutzen sie allerdings andere Plattformen: Die Jüngeren teilen kurze Musikvideo-Clips auf TikTok. Ab dem 12. Lebensjahr dominiert die Foto-Plattform Instagram. Ab 12 Jahren sind hier 44 Prozent der Jugendlichen vertreten, zwischen 16- und 18 Jahren sind es bereits 73 Prozent. Facebook oder Twitter spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Das Internet nutzen die meisten Jugendlichen außerdem, um sich Informationen zu beschaffen.

Gerätenutzung Kinder und Jugendliche
galerie

Laut Bitkom Research nutzen mehr Sechs- bis Siebenjährige ein Tablet (78 Prozent) als ein Smartphone (54 Prozent). Bei den 16- bis 18-Jährigen sieht das jedoch anders aus: Hier nutzen 97 Prozent ein Smartphone und nur noch 53 Prozent ein Tablet.

Die meisten Jugendlichen sind verantwortungsbewusst

Die meisten Jugendlichen zeigen sich dabei verantwortungsbewusst. 67 Prozent der Befragten haben angegeben, darauf zu achten welche Informationen sie über sich selbst ins Netz stellen. 58 Prozent achten darauf, welche Informationen allgemein von ihnen im Netz sichtbar sind. 66 Prozent geben an, ihr Wissen erweitert zu haben. Nur wenige glauben jedoch, dadurch ihre Leistungen in der Schule verbessert zu haben.

Allerdings: 41 Prozent geben auch an, negative Erfahrungen im Netz gemacht zu haben. Das beinhaltet Beleidigungen oder Mobbing, dass Lügen über sie verbreitet wurden oder dass sie Inhalte gesehen haben, die ihnen Angst gemacht haben.

Der Digitalverband Bitkom fordert deswegen, Medien- und Internetkompetenz fest in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. Kinder "sollten frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen." Zusätzlich sollten auch die Eltern das Kind dabei begleiten, Schutzräume einrichten und über Gefahren aufklären.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Mai 2019 um 14:08 Uhr.

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