Bischhöfe mit gefalteten Händen | Bildquelle: dpa

Bischofskonferenz in Fulda "Wie findet die Kirche aus der Krise?"

Stand: 23.09.2019 04:23 Uhr

Die deutschen Bischöfe beraten ab heute über die großen Themen der katholischen Kirche - die Rolle der Frau zum Beispiel. Sie laufen damit direkt auf einen Konflikt mit dem Vatikan zu.

Von Tilmann Kleinjung, BR

Wie findet die katholische Kirche den Ausweg aus der Krise? Michael Kral und Katharina Libon vom Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) haben sehr klare Vorstellungen: "Wir reden von einem Frauenpriestertum und von einer Abschaffung des Pflichtzölibats." Und: "Ich erhoffe mir sehr ein starkes Signal, dass der Weg gegangen werden soll und dass die Bischöfe die Notwendigkeit sehen, das verbindlich zu machen."

Klerus und Laien gemeinsam

Verbindlichkeit - das ist das Schlüsselwort. Denn der letzte Versuch, Reformen in der katholischen Kirche anzustoßen, endete in einem: "Schön, dass wir darüber geredet haben." Die Missbrauchsskandale im Berliner Canisius Kolleg oder im Kloster Ettal wurden 2011 haben einen Gesprächsprozess gestartet, an dessen Ende allerdings keine zählbaren Ergebnisse standen. Deshalb sagt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, der "Synodale Weg" müsse auf konkrete Ergebnisse bezogen sein, er müsse nicht nur ein Redeprozess sein. Das war Anfang Juli, als Sternberg gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, den "Synodalen Weg" aus der Taufe hob.

Viele heiße Eisen anpacken

Da hatte Papst Franziskus bereits einen Brief an die katholische Kirche in Deutschland geschrieben, mit der Mahnung, dass die Deutschen bei allen Reformen auch die große katholische Weltkirche im Blick behalten sollten. Außerdem warnte der Papst, man solle nicht nur über Strukturen, sondern auch über Evangelisierung reden. Und dennoch war Kardinal Marx da noch zuversichtlich, dass die deutschen Katholiken viele heiße Eisen anpacken können: Das seien die Themen der priesterlichen Lebensform und der priesterlichen Ausbildung, die Fragen der Sexualität und von Macht und Gewaltenteilung. Man sei sehr froh, dass man sich darauf einigen konnte, ein viertes Forum über das Thema "Dienste und Ämter der Frauen in der Kirche" einzurichten.

Deutsche Bischöfe wollen sich bei ihrer Herbsttagung mit Reformen befassen
tagesschau 20:00 Uhr, 23.09.2019, Sebastian Kisters, HR

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"Maria braucht kein Update"

Die Bischofkonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken haben die Rolle der Frauen in der Kirche als das große Zukunftsthema identifiziert. Der Unmut ist gewaltig. Die Initiative Maria 2.0 fordert eine Gleichberechtigung von Frauen. Allerdings zeigt sich bei diesem Thema auch die Spaltung der katholischen Kirche. Im oberbayerischen Schongau hat sich die Aktion Maria 1.0 gegründet. "Maria braucht kein Update", findet Dorothea Schmidt. Und die Kirche brauche auch nicht diesen "Synodalen Weg", meint Schmidt: "Dass was passieren muss, ist klar, aber unserer Meinung ist das nicht ganz der richtige Weg."

Fulda: Eine Frau sitzt auf der Kirchbank | Bildquelle: dpa
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Die Initiative Maria 2.0 fordert die Gleichberechtigung von Frauen - aber hier zeigt sich auch die Spaltung der katholischen Kirche.

Spaltung in der Kirche befürchtet

Wortführer der Unzufriedenen im deutschen Episkopat ist der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Er fürchtet eine "Spaltung innerhalb der deutschen Kirche" und warnt davor, das "uns anvertraute Glaubensgut mutwillig zu verändern". Im Interview mit dem bistumseigenen Internetkanal erinnert er an den Brief des Papstes an die deutschen Katholiken. Es müsse an erster Stelle darum gehen, das Evangelium und Christus in alle Lebensbereiche zu tragen.

Rückendeckung bekommt Woelki auch von der römischen Kurie. Die hat in einem eigenen Gutachten den von der Bischofskonferenz eingeschlagenen Weg in Frage gestellt. Wie könne eine Teilkirche verbindliche Beschlüsse fassen, die die ganze Weltkirche betreffen? Libon vom BDKJ hält solche Sorgen für unbegründet: "Wir werden natürlich unsere Haltungen nach Rom weitergeben. Aber die Entscheidung liegt dann bei ganz großen, wegweisenden Veränderungen in Rom."

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Marx, war in der Woche vor der Fuldaer Tagung in Rom und hat auch mit dem Papst über die Situation in Deutschland gesprochen. Die Gespräche, heißt es aus der Bischofskonferenz, waren sehr konstruktiv. Es sei kein Stoppschild vor den "Synodalen Weg" gestellt worden.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 23. September 2019 um 06:06 Uhr.

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