Carsten Rentzing | Bildquelle: dpa

EKD zum Rentzing-Rücktritt Aus Bedauern wird Distanzierung

Stand: 13.10.2019 11:28 Uhr

Erst Bedauern, nun Forderung nach Aufklärung: Die Reaktion der Evangelischen Kirche auf den Rücktritt ihres sächsischen Landesbischofs hat sich schnell deutlich verändert. Rentzing steht wegen rechter Schriften in der Kritik.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat seine Haltung gegenüber seinem sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing innerhalb eines Tages deutlich verändert. Während er nach dem überraschenden Rücktritt Rentzings am Freitag darüber noch "Betroffenheit und großes Bedauern" äußerte und Rentzing für seinen Einsatz in der Kirche dankte, distanziert er sich nun deutlich von ihm.

Rentzing hatte am Freitag überraschend mitgeteilt, dass er sein Amt nach vier Jahren an der Spitze der Landeskirche "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" niederlegen wolle, "um Schaden von meiner Kirche abzuwenden". Vorausgegangen war anhaltende Kritik an seiner Person - unter anderem wegen seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Studentenverbindung.

Rücktrittsankündigung des sächsischen Landesbischofs Rentzing wegen "unvertretbarer" Texte
tagesschau 20:00 Uhr, 13.10.2019, Claudia Reiser, MDR

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Bischof arbeitete für extrem rechte Zeitschrift

Recherchen des WDR hatten kurz nach der Rücktritts-Erklärung dann zusätzlich aufgedeckt, dass der evangelische Theologe vor längerer Zeit in einer rechtsnationalistischen Redaktionsgruppe für die Zeitschrift "Fragmente" mitgearbeitet und mehrere Texte für das Magazin verfasst hatte. Dies geschah im Zeitraum von 1989 bis 1992. In einer Reihe von Aufsätzen drückt Rentzing seine Verachtung für die liberale Demokratie aus und vertritt ein autoritär-elitäres und völkisches Staatsverständnis. 

"Streiten gegen völkisches Denken"

Vor diesem Hintergrund fordert der EKD-Vorsitzende nun eine Klärung des Sachverhaltes: "Ich hoffe auf eine schnelle Klärung innerhalb der Landeskirche, zu der Carsten Rentzing sicher selbst beitragen wird", sagte Bedford-Strohm nun. "Als evangelische Kirche müssen wir uns eindeutig und laut vernehmbar gegen rechtsextremistische Einstellungen positionieren."

Für ihn sei jedoch auch klar, dass konservativ denkende Menschen und ihre Traditionen in der Kirche "selbstverständlich ein Zuhause" hätten, betonte Bedford-Strohm. Aber: "Was uns einen muss: Gemeinsam streiten wir gegen Antisemitismus, Rassismus, völkisches Denken und Ausländerfeindlichkeit."

"Großen Respekt" vor Entscheidung

Neben Bedford-Strohm hatten sich auch andere evangelische Theologen zunächst bedauernd über den Rücktritt Rentzings geäußert. "Ich habe Carsten Rentzing als einen Kollegen im Bischofsamt [...] als einen zugewandten Mann kennen und schätzen gelernt", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge.

Er habe "großen Respekt" vor Rentzings Entscheidung, sein Amt niederzulegen. Seinem Kollegen sei offenbar deutlich geworden ist, "dass die unterschiedlichen theologischen und politischen Positionen in seiner Landeskirche durch seine Person nicht zu einen sind", sagte Dröge.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 11. Oktober 2019 um 13:17 Uhr.

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