Unterricht in der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau | Bildquelle: dpa

Nach Corona-Pause Lehrerverband lobt Schulstart

Stand: 05.05.2020 14:16 Uhr

Der erste Schultag nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause ist laut Lehrerverband positiv verlaufen. Die entstandenen Versäumnisse seien aber nicht mehr aufzuholen. Lehrergewerkschaften fordern mehr Unterstützung für Schulen.

Der Deutsche Lehrerverband ist mit dem gestrigen ersten Schultag nach mehrwöchiger Corona-Pause zufrieden. Hunderttausende Kinder und Jugendliche waren in die Schulen zurückgekehrt. In den meisten Bundesländern waren nach den Abschlussklassen nun auch die letzten Klassen der Grundschulen und die Schüler an der Reihe, für die im nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen.

"Das hat gestern an den meisten Grundschulen sehr gut geklappt, was zeigt, dass auch Zehnjährige sehr wohl in der Lage sind, solche Regeln einzuhalten, wenn sie von der Notwendigkeit überzeugt sind", sagte der Präsident des Lehrerverbandes Hans-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse".

Versäumter Stoff ist nicht aufzuholen

Meidinger nannte als Ziel, allen Jahrgangsstufen "noch einen ordentlichen Jahresabschluss mit Zeugnissen" zu ermöglichen. Allerdings werde es nicht mehr gelingen, den versäumten Stoff in den verbleibenden Wochen bis zu den Sommerferien komplett nachzuholen und die ausstehenden Prüfungen zu schreiben: "Das Aufholen der aufgelaufenen Defizite wird sich weit ins nächste Schuljahr hinein erstrecken."

Das Ziel, alle Schüler vor den Sommerferien noch einmal in die Schule zurückzuholen, sei "nur mit einem großen Kraftaufwand" zu erreichen und "vor den Pfingstferien kaum" realistisch, betonte Meidinger. Dazu sei Schichtbetrieb mit wöchentlichem oder täglichem Wechsel zwischen Schulpräsenz und Lernen zu Hause nötig. "Das wird für die Schulen eine Mammutaufgabe sein", sagte der Chef des Lehrerverbands.

Normaler Unterricht vorerst "undenkbar"

Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken bereitet Eltern mit Schulkindern auf eine lange Phase ohne regulären Schulbetrieb ein. Der sei derzeit "undenkbar". Auch im neuen Schuljahr werde es keinen "normalen" Unterricht geben, sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". "Wie lange das so bleibt, hängt womöglich davon ab, wann ein Impfstoff kommt", so Esken.

Wegen des Abstandsgebotes werde auch nach den Sommerferien lediglich ein Schichtunterricht in kontrollierbaren kleinen Gruppen angeboten werden können, begleitet von digital gestützten Lernangeboten für zu Hause. Schulen müssten nun ein System aus Präsenz- und Fernunterricht aufbauen, das im neuen Schuljahr Bestand habe, denn die Eltern von Schulkindern bräuchten jetzt "klare Strukturen, auf die sie sich verlassen und mit denen sie planen können." Damit das Schichtmodell gelinge, könne sie sich auch Samstagsunterricht vorstellen, sagte Esken.

Erste Lockerungen in Deutschland
tagesschau 12:00 Uhr, 05.05.2020, André Kartschall, RBB

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Gewerkschaften fordern mehr Unterstützung

Mehrere Lehrergewerkschaften dringen auf bessere Unterstützung und forderten bereits gestern verbindliche Ansprechpartner in den Ministerien für die Schulleitungen. "Die Schulen dürfen nicht alleingelassen werden", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, ergänzte, auf den Schultern der Schulleitungen liege jetzt viel Verantwortung - deren Aufgabe sei etwa die Interpretation der Hygienekonzepte. "Doch wer ist eigentlich da, wenn die Schulleitungen Fragen haben? Wenn der Interpretationsspielraum zu groß ist, wenn sie sich rechtlich absichern wollen?"

GEW-Vorsitzende Tepe forderte, es müsse sichergestellt werden, "dass alle Schulen ausreichend mit Hygiene- und Desinfektionsmitteln ausgestattet sind und täglich grundständig gereinigt werden." Es brauche außerdem ein Zeit- und Raumkonzept, das Schulwege und Pausen einschließe. Beschäftigte und Schüler, die zur Risikogruppe gehörten, dürften nicht in die Klassenräume geholt werden. Zudem müssten die unterschiedlichen Ansätze der Bundesländer wissenschaftlich begleitet werden. Die Erkenntnisse sollten dann Grundlage für die nächsten Öffnungsschritte sein oder auch nach einem möglichen weiteren Lockdown bei der Wiedereröffnung genutzt werden.

Über eine bundesweit einheitliche Öffnungsstrategie für Schulen und Kitas will Bundeskanzlerin Angela Merkel morgen mit den 16 Ministerpräsidenten beraten.

Über dieses Thema berichtete Bayern2 am 05. Mai 2020 um 09:00 Uhr.

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