Angela Merkel | Bildquelle: AP

Merkel geht von Anschlag aus "Ein ganzes Land in Trauer vereint"

Stand: 20.12.2016 15:07 Uhr

Spitzenpolitiker zeigen sich bestürzt über die Ereignisse in Berlin. Kanzlerin Merkel versprach, die Tat werde aufgeklärt und "so hart bestraft, wie unsere Gesetze es verlangen". In die Trauer mischt sich erneut Streit über die Zuwanderungspolitik.

Auf den Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins haben Spitzenpolitiker in Deutschland und Europa mit Trauer und Entsetzen reagiert. Zugleich flammt in Berlin der koalitionsinterne Streit über die Zuwanderungspolitik wieder auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Vormittag, der heutige Tag sei "ein sehr schwerer Tag". Wie Millionen Menschen sei sie entsetzt, erschüttert und tief traurig über die Geschehnisse. "Zwölf Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten, die Pläne hatten, sind nicht mehr unter uns."

"Ein ganzes Land ist in Trauer vereint"

Eine grausame und unbegreifliche Tat habe ihnen das Leben geraubt. Sie hoffe, dass die Angehörigen "weiterleben können nach diesem Schlag". Ein ganzes Land sei in "tiefer Trauer vereint".

Merkel dankte auch ausdrücklich allen Helfern und Einsatzkräften vor Ort. Sie sprach auch direkt die Ermittlungsarbeit an. "Die Tat wird aufgeklärt werden und so hart bestraft, wie unsere Gesetze es verlangen." Sie betonte wie wichtig es sei, ein freies Leben weiterzuführen.

Bundespräsident Joachim Gauck sprach von einem "Angriff auf unsere Mitte, auf unsere Art zu leben." Gauck führte fort, "der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen." Die Bürger könnten darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handeln werde, um Sicherheit zu gewährleisten.

Rückkehr der Flüchtlingsdebatte

Der anfängliche Verdacht, ein Flüchtling aus Pakistan könne für die Tat verantwortlich sein, stieß die Debatte um die Flüchtlingspolitik in Deutschland erneut an. Merkels Widersacher in dieser Frage, CSU-Chef Horst Seehofer, forderte erneut einen Kurswechsel in der Zuwanderungspolitik. "Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu ausrichten", sagte er in München. Mittlerweile äußerten die Ermittler Zweifel daran, dass der Festgenommene Pakistaner tatsächlich der Fahrer des Lkw war.

Seehofer kündigte an, das bayerische Landeskabinett werde darüber am Nachmittag auf einer Sondersitzung beraten. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann forderte, sollte der Anschlag tatsächlich von einem Asylbewerber verübt worden sein, müsse das in Berlin "schon noch mal zu einem grundsätzlichen Nachdenken darüber führen, wie diese ganze Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird", sagte er.

National und international wurden die Ereignisse von Berlin mit starkem Mitgefühl begleitet. Zahlreiche Politiker bekundeten ihr Beileid und ihre Solidarität.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Dezember 2016 um 11:00 Uhr.

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