Blaulicht eines Polizeiautos | Bildquelle: dpa

Vorfall in Berlin Hebräisch sprechender Mann angegriffen

Stand: 09.09.2019 17:25 Uhr

Erneute antisemitsche Attacke in Berlin: Vor einer Disko ist ein 21-jähriger Mann verletzt worden. Er hatte sich laut Polizei auf hebräisch mit zwei Freunden unterhalten.

In Berlin Friedrichshain hat es laut einer Polizeimitteilung eine Körperverletzung mit antisemitischem Hintergrund gegeben.

Nach bisherigen Erkenntnissen unterhielt sich ein 21-jähriger Mann am frühen Montagmorgen vor einer Diskothek am Warschauer Platz mit drei gleichaltrigen Freunden auf Hebräisch. Dies habe ein anderer Mann gehört. Der Unbekannte sei dann auf den 21-Jährigen zugegangen und habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Anschließend sei der Angreifer geflüchtet. Der 21-Jährige habe eine Gesichtsverletzung erlitten. Der Polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Müller verurteilt Attacke

"Ich bin empört darüber, dass offensichtlich das Sprechen der Sprache des Staates Israel genügt hat, dass ein Angreifer zuschlägt", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er betonte, "auf den Straßen und Plätzen unserer Stadt ist es eine Selbstverständlichkeit, dass alle Sprachen dieser Welt gesprochen werden, und das gilt gerade in Berlin mit seiner Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust auch für das Hebräische".

Vorfälle in Berlin

Ende Juli war der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Yehuda Teichtal, in Begleitung seiner Kinder auf offener Straße beschimpft und bespuckt worden. Der Vorfall hatte Empörung und Bestürzung ausgelöst.

Tage zuvor war ein 25-Jähriger angegriffen und beleidigt worden. Er trug eine Kippa mit Davidstern.

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