Stoffbeutel mit den Namen "Noah" und "Emilia" liegen nebeneinander. | dpa

Beliebteste Vornamen Noah und Emilia bleiben an der Spitze

Stand: 06.05.2022 15:55 Uhr

Die beliebtesten Vornamen für Kinder in Deutschland waren im Jahr 2021 dieselben wie schon 2020: Noah und Emilia. Das hat eine Auswertung der Gesellschaft für deutsche Sprache ergeben. Ausschlaggebend sei der Wohlklang der Namen.

Noah und Emilia waren nach einer Auswertung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) 2021 die beliebtesten Namen für Neugeborene.

Noah zum dritten Mal auf Platz eins

Eltern von Jungen vergaben den Namen Noah allerdings nicht nur im vergangenen Jahr am häufigsten: Noah war auch schon 2020 und 2019 der beliebteste Vorname für Jungen in Deutschland.

Der aus dem Hebräischen stammende Name bedeutet übersetzt "der Tröstende" oder "der Beruhigende". Der Held der biblischen Sinflut-Erzählung aus dem Buch Genesis im Alten Testament erhält von Gott den Auftrag, eine Arche zu bauen.

Die beliebtesten Namen 2021 im Überblick
Mädchen Jungen
1. Emilia 1. Noah
2. Hannah/ Hanna 2. Matt(h)eo/ Mat(h)eo
3. Sophia/ Sofia 3. Leon
4. Emma 4. Finn
5. Mia 5. Paul
6. Mila 6. Luca/ Luka
7. Lina 7. Elias
8. Ella 8. Emil
9. Klara/ Clara 9. Felix
10. Lea/ Leah 10. Louis/ Luis

Keine Neuzugänge bei Mädchennamen

Bei den Mädchennamen lag Emilia nach 2020 erneut auf Platz eins. Wie schon in den vergangenen Jahren erwiesen sich die Mädchennamen in den Top Ten der Erstnamen als "recht stabil", so die Sprachforscher der GfdS. In dieser Gruppe seien im Vergleich zum Vorjahr keine Neuzugänge zu verzeichnen. Einige Namen tauschten aber die Plätze: So liegt Sophia (Platz drei) nun vor Emma (Platz vier), Mila (Platz sechs) vor Lina (Platz sieben) und Klara (Platz neun) vor Lea (Platz zehn).

Ein ausschlaggebendes Kriterium für die Beliebtheit dieser Namen sei ihr Wohlklang: Die sonoren Konsonanten "m", "n" und "l" sowie die hellen Vokale "e", "i" und "a" verliehen den Namen "lautliche Ästhetik", so die Sprachforscher.

"Matheo arbeitet sich weiter nach oben"

Bei den Jungen habe sich Matheo laut GfdS in verschiedenen Schreibweisen "weiter nach oben gearbeitet". 2020 sorgte dieser Name für eine Überraschung, als er von Platz 13 auf Platz vier sprang.

Die Top Ten der Jungennamen verzeichnen auch 2021 einen Neuzugang: Emil auf Platz acht. Ebenfalls wieder in den Top Ten vertreten sei nun Luca (Platz sechs), der schon seit 2002 regelmäßig zu den beliebtesten Vornamen zähle und 2012 den ersten Platz belegt hatte. Für die "Aufsteiger" Emil und Luca in den zehn beliebtesten Jungennamen mussten Henry und Ben das Feld räumen.

Zwischen Tradition und Trend

Die Sprachforscher aus Wiesbaden bezeichneten die aktuelle Vornamen-Rangliste als "Mischung aus Zeitlosigkeit und Zeitgeist". Das zeige sich in den Top Ten sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen.

Auf der einen Seite gebe es Namen, die seit vielen Jahren in der Spitzengruppe seien, etwa Hanna, Sophia, Emma, Mia und auch Lea bei den Mädchen und Leon, Paul, Elias und Felix, aber auch Noah, Luca und Louis bei den Jungen. Mila, Lina, Ella und Klara sowie Matheo, Finn und Emil gehörten hingegen "zu den Namen der Kategorie Zeitgeist": Durch sie werde "weniger Tradition, dafür mehr Trend transportiert", so die Gesellschaft für deutsche Sprache.

Wie kommt das Gfds-Ranking zustande?

Der Auswertung liegen Daten von rund 800 Standesämtern mit insgesamt etwa einer Million übermittelten Namenseintragungen zugrunde. Die Standesamtsdaten deckten 93 Prozent aller 2021 vergebenen Vornamen ab, hieß es. Gemeldet worden seien mehr als 68.000 verschiedene Namen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Mai 2022 um 15:46 Uhr.