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Der bayerische Landtag | Bildquelle: imago/Overstreet

ARD-Vorwahlumfrage Bayern CSU sackt auf 33 Prozent

Stand: 06.10.2018 02:09 Uhr

Gut eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Bayern kommt die CSU in der ARD-Vorwahlumfrage nur auf 33 Prozent. Die SPD würde ihr Ergebnis der vergangenen Wahl fast halbieren - bleibt aber stabil.

Von Ellen Ehni, WDR

Bei der Landtagswahl in Bayern geht es für die CSU um sehr viel: Bislang konnte sie - abgesehen von der Legislaturperiode 2008 bis 2013 - seit den 1960er-Jahren immer allein regieren. Aktuell ist sie davon so weit entfernt wie noch nie.

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, dann käme die CSU auf 33 Prozent. Das hat die Vorwahlumfrage in Bayern von Infratest Dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben. Das wären zwei Prozentpunkte weniger im Vergleich zum BayernTrend im September. Bei der Landtagswahl 2013 erreichte die CSU 47,7 Prozent.

Ellen Ehni, WDR, zu den Ergebnissen der ARD-Vorwahlumfrage
tagesthemen 22:30 Uhr, 04.10.2018

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SPD bleibt auf elf Prozent

Die SPD liegt stabil bei elf Prozent (+/-0 Prozentpunkte im Vergleich zum BayernTrend im September; Landtagswahl 2013: 20,6 Prozent). Sie würde ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl fast halbieren.

Die Freien Wähler würden mit elf Prozent einen Rekordwert erreichen (+/-0 Prozentpunkte im Vergleich zum BayernTrend im September; Landtagswahl 2013: neun Prozent).

Sonntagsfrage
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Sonntagsfrage

FDP und Grüne verbessern sich

Die Grünen verbessern sich um einen Punkt und würden mit ihrem Höchstwert von 18 Prozent zweitstärkste Kraft (Landtagswahl 2013: 8,6 Prozent). Die FDP gewinnt einen Punkt dazu und kommt auf sechs Prozent (Landtagswahl 2013: 3,3 Prozent).

Die Linke büßt im Vergleich zum Vormonat einen halben Punkt ein und landet bei 4,5 Prozent (Landtagswahl 2013: 2,1 Prozent). Die AfD verliert im Vergleich zum September einen Punkt und landet bei zehn Prozent. Sie tritt in Bayern zum ersten Mal an.

Besonderheiten des Wahlrechts

Mit diesen Zahlen wäre rechnerisch außer einer CSU-Grünen-Koalition kein weiteres Zweierbündnis möglich. Eine Koalition von CSU und Freien Wählern oder ein Bündnis von CSU und SPD würde eine mögliche Mehrheit knapp verfehlen. Allerdings könnten die Besonderheiten des bayerischen Wahlrechts dennoch zu einer Landtagsmehrheit dieser Koalitionen führen.

Kritischer Blick auf Regierung

Die Mehrheit der Bayern blickt nach den Zahlen zurzeit kritisch auf die Landesregierung: 52 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden mit deren Arbeit, 47 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der  Landesregierung?
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Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Landesregierung?

Mit der Arbeit von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind aktuell 46 Prozent der Bayern zufrieden; 47 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Damit steht Söder im Vergleich zwischen den Bundesländern eher schlecht da: Nur in Berlin und Bremen sind die Bürger noch unzufriedener mit ihrem jeweiligen Landesregierungschef.

Politikerzufriedenheit
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Politikerzufriedenheit

56 Prozent mit Merkel unzufrieden

Aber auch die Spitzenkandidaten der anderen Parteien finden keinen starken Rückhalt bei der Bevölkerung: Mit der Arbeit von Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sind 33 Prozent zufrieden (ein Prozentpunkt weniger im Vergleich zum Vormonat); mit der Arbeit von Natascha Kohnen (SPD) sind es 24 Prozent (- fünf).

Mit der Arbeit der beiden Spitzenkandidaten der Grünen, Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, sind 19 Prozent (- sechs) beziehungsweise 16 Prozent (+/-0) zufrieden.

Auch der Blick der Bayern nach Berlin ist kritisch: Mit der Arbeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind 42 Prozent zufrieden, 56 Prozent sind unzufrieden. Mit der Arbeit von Innenminister Horst Seehofer (CSU) sind 28 Prozent zufrieden, 70 Prozent sind unzufrieden.

Vor der vergangenen bayerischen Landtagswahl und der Bundestagswahl 2013 sah das noch ganz anders aus: Damals kamen Merkel auf 73 und Seehofer als Ministerpräsident auf 65 Prozent Zustimmung.

Bildungspolitik für Entscheidung wichtig

Von verschiedenen Themen ist die Schul- und Bildungspolitik für 55 Prozent der Befragten in Bayern sehr wichtig für die Wahlentscheidung bei der Landtagswahl. Wie die Natur in Bayern geschützt wird, halten 46 Prozent für ein sehr wichtiges Thema.

Wie bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, ist für 45 Prozent der Bayern ein sehr wichtiges Thema. 41 Prozent halten die Frage, wie Ungerechtigkeit in der Gesellschaft verringert wird, für ein sehr wichtiges Thema. Für 40 Prozent ist es sehr wichtig, wie die Polizei für unsere Sicherheit sorgt. Wie Zuwanderung geregelt wird, halten 39 Prozent für ein sehr wichtiges Thema.

Wie sich Seehofer in der Bundesregierung verhält, halten jedoch nur 26 Prozent der Bayern für sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung bei der Landtagswahl. Wie die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD zusammen arbeitet, halten nur 21 Prozent für ein sehr wichtiges Thema.

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Vorwahlumfrage zur Landtagswahl in Bayern

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Achtung: Diese Zahlen sind keine Prognose, sondern bilden die politische Stimmung der aktuellen Woche ab. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Untersuchungsanlage BayernTrend 041018

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Bayern
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1002 Befragte
Erhebungszeitraum: 01. bis 02. Oktober 2018
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen;
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. Oktober 2018 um 22:30 Uhr.

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