Kardinal Reinhard Marx spricht auf der Deutschen Bischofskonferenz. | Bildquelle: dpa

Marx zu Söder-Beschluss "Das Kreuz lässt sich nicht verordnen"

Stand: 30.04.2018 11:55 Uhr

Erst die Kirche, dann die Politik, nun wieder die Kirche: Die in Bayern beschlossene Kreuz-Pflicht erntet weiter deutlichen Widerspruch. Auch der Chef der Bischofskonferenz, Marx, schließt sich den Kritikern an.

Auch mehrere Tage nach dem Beschluss des bayerischen Kabinetts reißt die Kritik an der Kreuz-Pflicht für staatliche Behörden nicht ab.

"Das Kreuz lässt sich nicht verordnen", äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Durch die Verordnung, die Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angeregt hatte, sei "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander" entstanden. Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen werde, dann werde es im Namen des Staates enteignet.

Söder hatte die gesetzliche Neuregelung damit begründet, das Kreuz stehe für die "geschichtliche und kulturelle Prägung" in Bayern und Deutschland. Ab Juni soll die Anordnung, die künftig Teil der Geschäftsordnung der Behörden sein soll, in Kraft treten.

Debatte über Kreuz-Pflicht
tagesschau 14:00 Uhr, 30.04.2018, Christoph Arnowski, BR

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Nicht das Recht, Bedeutung des Kreuzes zu erklären

Es stehe dem Staat jedoch nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute, kritisierte Marx weiter. Er sehe ihn ihm "ein Zeichen des Widerspruchs gegen Gewalt, Ungerechtigkeit, Sünde und Tod", aber kein Zeichen "gegen andere Menschen".

Gegner der Kreuz-Pflicht hatten Söder vorgeworfen, auf diese Art andere Religionen auszugrenzen. Das Kreuz müsse allerdings auch Leitbild für die Politik sein, forderte Marx. Die Politik müsse die Würde jedes Menschen achten.

Bedford-Strohm erneuert Kritik

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, betonte in einem Zeitungsinterview erneut, dass das Kreuz "zuallererst ein religiöses Symbol ist". Die Reduzierung auf ein Kultursymbol sei unzulässig, da das sogenannte christliche Abendland ein Raum sei, "in dem viel Unrecht passiert ist". Das öffentliche Zeigen des Kreuzes bedinge auch eine Verpflichtung, "die Inhalte auch wirklich als kritische Anfragen ans eigene Handeln gelten zu lassen".

Wer aber das Christentum vereinnahme, um nur die eigenen Ziele zu legitimieren, der habe das Kreuz nicht verstanden. Bedford-Strohm schränkte jedoch ein, er wolle diesen Vorwurf "niemandem konkret machen". Vielmehr wolle er ihn "als Hintergrund nehmen für die Aufgabe, sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen im Lichte des Kreuzes".

Auch Zweifel in der CSU

Zuletzt hatte auch der ehemalige Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse betont, Söder dürfe das christliche Symbols des Kreuzes nicht in Zusammenhang mit seinem Wahlkampf setzen.

Und auch in Söders eigenen Reihen gibt es Zweifel: CSU-Wissenschaftsministerin Marion Kiechle bezeichnete die Gesetzesänderung als "keine kluge Idee".

Mit Informationen von Tilman Kleinjung, BR

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2018 um 06:00 Uhr.

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