Bundesamts für Migration und Flüchtlinge | Bildquelle: dpa

Innenministerium bestätigt Sommer soll BAMF-Chef werden

Stand: 18.06.2018 15:12 Uhr

Über die Personalie wurde bereits spekuliert - jetzt hat das Innenministerium bestätigt: Hans-Eckhard Sommer soll der neue Chef der obersten Flüchtlingsbehörde werden. Er folgt der entlassenen BAMF-Präsidentin Cordt.

Das Bundesinnenministerium (BMI) hat bestätigt, den Asylexperten aus dem bayerischen Innenministerium, Hans-Eckhard Sommer, zum neuen Chef der obersten Flüchtlingsbehörde machen zu wollen. Sommer soll dem Bundeskabinett in Kürze vorgeschlagen werden, teilte ein BMI-Sprecher mit. Die Personalie war bereits am Wochenende aus Regierungskreisen bekannt geworden.


Der Vorsitzende des BAMF-Gesamtpersonalrats, Rudolf Scheinost, begrüßte die Entscheidung. Mit Sommer bekomme die Behörde einen Chef, der "Asyl und Behörde kann", sagte Scheinost. Er erwarte von ihm, eine "Entschleunigung der Asylverfahren hin zu Qualität" und erhoffe sich, dass er die Mitarbeiter des BAMF "wieder mitnehmen und motivieren" kann.

Auch Vizepäsident wird ausgetauscht

Auch der bisherige Vizepräsident der Behörde, Ralph Tiesler, soll ausgetauscht werden. Zur Nachbesetzung konnte ein Sprecher des Innenministeriums noch nichts sagen. Nach seinen Angaben wird ferner der bisherige Leiter des operativen Bereichs, Rudolf Knorr, doch bereits Ende Juni in den Ruhestand gehen. Zunächst hieß es, dass Knorrs Vertrag bis Ende des Jahres verlängert worden sei.

Knorr hatte den BAMF-Außenstellen strenge Vorgaben gemacht, wie viele Fälle sie in einer bestimmten Zeit bearbeiten müssen. Durch diesen Druck sei es zu Qualitätsmängeln und etlichen falschen Asyl-Bewilligungen gekommen, heißt es aus dem Amt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte BAMF-Präsidentin Jutta Cordt in der vergangenen Woche überraschend entlassen. Sie hatte das Amt erst Anfang 2017 übernommen.

Zuletzt kam das BAMF nicht aus den Negativschlagzeilen: In der BAMF-Außenstelle in Bremen sollen zwischen 2013 und 2016 unrechtmäßig Hunderte Asylanträge bewilligt worden sein. Kritisiert werden aber auch die Strukturen der Behörde und ihre Arbeit in der Hochphase der Flüchtlingskrise 2015 und 2016. Mit dem Skandal beschäftigt sich auch der Innenausschuss des Bundestages.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juni 2018 um 17:00 Uhr.

Darstellung: