Ein umgekippter Baum liegt auf drei Autos auf der Düsseldorfer Cecillienallee.  | Bildquelle: dpa

Unwetter Sturmtief "Eberhard" fordert Toten

Stand: 11.03.2019 04:43 Uhr

Sturmtief "Eberhard" fegt über das Land: Im Hochsauerlandkreis stirbt ein Autofahrer, die Bahn stellte zeitweise den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen ein. Einschränkungen gibt es auch in anderen Teilen Deutschlands.

Mit Orkanböen bis Windstärke 12 hat das Sturmtief "Eberhard" den Bahnverkehr in Teilen Deutschlands zum Erliegen gebracht. Im Hochsauerlandkreis kam ein Autofahrer ums Leben, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf das Auto des Mannes krachte.

Die Bahn hatte in Nordrhein-Westfalen den Fernverkehr Richtung Hamburg, Hannover, Kassel und Frankfurt sowie ins benachbarte Ausland zeitweise vollständig eingestellt. Die Entscheidung sei wegen "vieler gesperrter Strecken und zur präventiven Schadensabwendung" getroffen worden, schrieb das Unternehmen auf Twitter. Auch am Montagmorgen kam es noch zu starken Einschränkungen. Im Laufe des Tages solle aber der Fernverkehr in und aus dem Ruhrgebiet wieder rollen und auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr in NRW wieder seinen Betrieb aufnehmen. Die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und München sei wieder frei und könne eingeschränkt wieder befahren werden, hieß es weiter.

"In Rheinland-Pfalz und Hessen werden zahlreiche Fernzüge auf Bahnhöfen zurückgehalten", teilte die Bahn mit. Auch nahezu alle Nachtzüge, die die Österreichische Bundesbahn in Deutschland betreibt, wurden annulliert.

Hunderte Einsätze

Polizei und Feuerwehr rückten in Nordrhein-Westfalen am Wochenende zu Hunderten Einsätzen aus. Bei Aachen fielen an der A44 und A4 Äste auf die Fahrbahn. Auf der A40 hatte Sturm "Dragi" schon am Samstag bei Bochum einen Baum auf die Fahrbahn geweht. In Duisburg wurde am Sonntag ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein.

In Thüringen sorgten umstürzende Bäume dafür, das Dorf Föritztal-Mönchberg praktisch von der Außenwelt abzuschneiden. Mehrere quer liegende Bäume blockierten die einzige Verbindungsstraße. Als die Feuerwehr versuchte, diese zu beseitigen, stürzten weitere Bäume um, sodass die Arbeit aus Sicherheitsgründen vertagt wurde. Im Dorfinneren fiel zudem der Strom aus.

In Bitburg (Rheinland-Pfalz) beschädigte das Unwetter die Stadthalle. Nach ersten Erkenntnissen sei das Dach der Halle am Sonntagmittag zumindest teilweise abgedeckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr habe die Halle abgesperrt, um Menschen vor herumfliegenden Teilen zu schützen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr sägen einen umgestürzten Baum an einer Straße klein | Bildquelle: dpa
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Einsatzkräfte der Feuerwehr in Köln sägen einen umgestürzten Baum an einer Straße klein.

Zweitligaspiel abgesagt

Für das Allgäu prognostizierte der Deutsche Wetterdienst bis Montagmorgen Niederschläge von stellenweise mehr als 50 Litern pro Quadratmeter. Das Zweitligaspiel in Fürth wurde abgesagt, weil der Sportpark nach Angaben der Deutschen Fußball Liga nur eine Betriebserlaubnis bis Windstärke 8 besitzt. Angesichts höherer Windgeschwindigkeiten wurde die Begegnung zum Schutz der Zuschauer und Spieler nicht ausgetragen.

In Sachsen beeinträchtigten Sturmböen und Gewitter den Verkehr vor allem am Samstag hauptsächlich im Südwesten des Bundeslandes. In der Region Zwickau und im Vogtlandkreis stürzten Bäume und Verkehrsschilder um. Für Sonntagabend sagte der DWD erneut schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen voraus. Auf dem Fichtelberg seien Windböen von bis zu 130 Kilometer pro Stunde möglich.

Der Bahnbetreiber Länderbahn teilte in Dresden mit, aus Sicherheitsgründen seien die Lokführer angewiesen, langsamer zu fahren. Je nach Gefährdungslage sei eine Einstellung des Verkehrs nicht ausgeschlossen, teilte die Länderbahn mit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. März 2019 um 20:00 Uhr.

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