Ein Mitarbeiter der Bahn misst den Bohrwiderstand im Holz eines Baumes, um die Festigkeit festzustellen. | Bildquelle: dpa

Maßnahme gegen Sturmschäden Bahn gegen faule Bäume

Stand: 22.06.2018 17:57 Uhr

Der nächste Sturm kommt bestimmt. Die Bahn will vorbereitet sein und lässt bundesweit Bäume an den Strecken inspizieren. Dies könnte Zehntausende Fällungen nach sich ziehen.

Die Deutsche Bahn rüstet sich für die kommende Sturmsaison. Bundesweit sollen Spezialisten Bäume an den Strecken untersuchen. "Wenn uns tote, kranke oder faule Bäume auffallen, dann werden die entnommen", sagte Felix Gerhardt vom "Team Naturgefahrenmanagement" der Bahn. "Im Wald tut mir jeder Baum leid, den man fällen muss. Aber an der Strecke nicht."

Der Bahn geht es um Sicherheit und Pünktlichkeit - und beides ist in Gefahr, wenn Bäume auf Gleise oder in Oberleitungen stürzen. Die jetzigen Maßnahmen sind Teil des "Aktionsplans Vegetation". Bis zu 150 Forstmitarbeiter sollen laut Bahn noch in diesem Jahr angeheuert werden und die mehr als 1000 Kräfte der Vegetationsmannschaft verstärken. Die Bahn greift dafür auch tiefer in die Tasche: Bisher standen für den Bereich 100 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, jetzt sollen es 125 Millionen sein.

Bäume sind gut - aber nicht an der Strecke

Bäume, die zu groß sind oder zu dicht an den Schienen stehen, sollen künftig stärker zurückgeschnitten oder notfalls eben gefällt werden. Wie viele Bäume das pro Jahr betrifft, kann die Bahn nicht sagen. Zehntausende dürften es sein, schätzt der Konzern. Man pflanze Bäume auch nach, betont die Bahn. Denn die haben in Bezug auf den Bahnverkehr auch nützliche Funktionen: Lärmschutz, Stabilisierung der Böden, Schutz vor Schneeverwehungen.

Im Januar waren Bäume ein Riesenproblem. Damals sorgte das Orkantief "Friederike" für massive Schäden und Behinderungen. Die Bahn musste zum ersten Mal seit 2007 bundesweit den Fernverkehr einstellen. Einsatzkräfte mussten Bäume von Schienen räumen und Oberleitungen reparieren. Die Herbststürme "Xavier" und "Herwart" brachten weniger Schäden - dafür belasteten sie die Pünktlichkeitsbilanz für 2017.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Juni 2018 um 14:15 Uhr und 15:15 Uhr in den Nachrichten.

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