Martin Seiler (2.v.r.) und GDL-Chef Claus Weselsky (2.v.l.)

Tarifstreit Bahn und GDL treten gemeinsam vor die Presse

Stand: 16.09.2021 09:20 Uhr

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL wollen sich am Vormittag gemeinsam zum Stand der Verhandlungen äußern - unklar ist, ob es eine Einigung im Tarifstreit gibt. Die Bahn hatte der Gewerkschaft am Wochenende ein neues Angebot gemacht.

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich in ihrem festgefahrenen Tarifstreit offenbar angenähert und wollen sich gemeinsam zum Stand der Verhandlungen äußern. Beide Seiten teilten mit, es werde eine gemeinsame Pressekonferenz von Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und GDL-Chef Claus Weselsky am Vormittag in Berlin geben.

In den vergangenen Tagen hätten "intensive Gespräche stattgefunden, um in der Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn AG (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Sinne der Fahrgäste und der Beschäftigten gemeinsame Lösungen zu finden", hieß es in der Einladung. Die Bahn wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob es zu einer Einigung gekommen sei. Die GDL war nicht zu erreichen.

Ministerpräsidenten Weil und Günther bei Pressekonferenz dabei

An der Pressekonferenz nehmen auch die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil und Daniel Günther, teil, wie es in der Einladung hieß.

Auf die beiden Ministerpräsidenten bezieht sich offensichtlich auch ein Tweet des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Er schreib: "Um 10.30 Uhr gibt es die Ergebnisse und zwei Kollegen von mir haben eine wirklich gute Arbeit gemacht." Ramelow hatte selbst zwischen 2015 und 2017 Tarifkonflikte mit der GDL geschlichtet und ist offenbar optimistisch, dass es zu einer Lösung gekommen ist.

Die Bahn hatte am Samstag mitgeteilt, der Arbeitnehmerseite mit einer zusätzlichen "Entgeltkomponente" einen großen Schritt entgegen zu kommen. Details veröffentlichte sie nicht. Die GDL kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte, "zu gegebener Zeit" über weitere Schritte zu informieren. Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro.

Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro. Die Entgeltkomponente soll darüber hinaus gezahlt werden. Wie hoch sie sein und wie sie gezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die GDL hatte ihren dritten und bisher längsten Streik in dieser Tarifrunde am Dienstag vergangener Woche beendet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. September 2021 um 12:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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weingasi1 16.09.2021 • 10:23 Uhr

Am 16. September 2021 um 09:08 von Karl Klammer

Deutscher Bahnbetriebsrat EVG wird Streiks ankündigen __ Geht aber aus dem Bericht (noch)nicht hervor. Quelle ? _ Der Bahnbetriebsrat welcher sich und seinem Boni Bahnvorstand den Schluck aus der Pulle gönnte __ Falsch. Er gönnte (Praeterium)nicht, denn die Gehaltserhöhung wurde zunächst für 1 Jahr ausgesetzt und wird erst, so der Plan, in 2023 erfolgen.