ICE der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa

Forderung des Wohlfahrtsverbands Freiwilligendienste sollen gratis Bahn fahren

Stand: 22.08.2019 08:38 Uhr

Auch wer im Freiwilligendienst arbeitet und deshalb nur ein Taschengeld verdient, soll kostenlos mit der Bahn fahren dürfen, fordert der Wohlfahrtsverband. Ab 2020 können Soldaten in Uniform Gratistickets buchen.

Nach der Entscheidung über kostenlose Bahnfahrten für Soldaten fordert der Paritätische Gesamtverband dies auch für alle Menschen, die einen Freiwilligendienst leisten. "Wenn schon von Freifahrten gesprochen wird, sollte die Bundesregierung ihren Blick besser auf die 100.000 überwiegend jungen Menschen in den Freiwilligendiensten richten, die hier für ein Taschengeld von maximal 400 Euro im Monat echten Einsatz für unser Gemeinwesen leisten", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese hätten eine solche Anerkennung verdient und bräuchten sie auch dringend materiell.

Kostenlose Fahrten für Soldaten ab Januar

Vor kurzem war beschlossen worden, dass Bundeswehrsoldaten in Uniform ab 1. Januar kostenlos Züge der Deutschen Bahn nutzen dürfen. Das Angebot gilt für private und dienstliche Fahrten im Fern- und Regionalverkehr. Die Bahn erhält dafür einen Pauschalbetrag.

Schneider kritisierte diese Regelung nun. "Wir haben keine Wehrpflichtigen mehr." Dass diese früher Freifahrten zwischen Wohnort und Kasernen bekommen hätten, sei nur sachgerecht gewesen. "Heute haben wir es allerdings mit einer Berufsarmee zu tun, und es gibt keinen wirklichen Grund, einer bestimmten Berufsgruppe das Privileg freier Bahnfahrten zu gewähren", sagte Schneider.

Kritik von den privaten Bahnen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatten die freie Bahnfahrt für Soldaten seit Langem gefordert. Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Thema im Juli in der Regierungserklärung nach ihrem Amtsantritt wieder auf die Tagesordnung gebracht.

Das Abkommen gilt bislang nicht für private Bahnunternehmen. Mit diesen sollen Gespräche geführt werden.

Von den privaten Bahnen kam jedoch zunächst Kritik: "Vier Millionen Euro für unbegrenzte Freifahrten für alle Soldaten für ein ganzes Jahr im gesamten Netz der DB Unternehmen - das ist kein angemessener Gegenwert. Das sind 22 Euro pro Soldat und Jahr", rechnete Christian Schreyer, Präsident von mofair, dem Verband der Wettbewerbsbahnen im Schienenpersonenverkehr, vor. Es müsse eine Lösung für alle Bahnbetriebe und einen "angemessenen Ausgleich" für die Fahrten geben.

Über dieses Thema berichteten am 22. August 2019 die tagesschau um 05:30 Uhr und NDR Info um 06:15 Uhr in den Nachrichten.

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