ein ICE bei Göttingen | Bildquelle: dpa

Hannover-Göttingen ICE-Strecke ab Mitte Juni gesperrt

Stand: 22.05.2019 17:57 Uhr

Wenn die Bahn baut, bedeutet das für ihre Kunden: länger fahren, öfter umsteigen. Darauf müssen sich nun Reisende zwischen Hannover und Göttingen einstellen. Von Mitte Juni an wird die Strecke gesperrt.

Seit Jahren baut und saniert die Deutsche Bahn, um das eigene Schienennetz wieder in Schuss zu bringen. Doch für Reisende bedeutet das auch immer wieder Sperrungen und Verspätungen auf den betroffenen Streckenabschnitten. Ab Mitte Juni müssen sich die Bahnkunden, die zwischen Hannover und Göttingen unterwegs sind, in Geduld üben.

Auch Auswirkungen auf Regionalverkehr

Ab dem 11. Juni werden auf den knapp 89 Kilometern der Fernverkehrsverbindung Gleise, Weichen, Schwellen und der Schotterbelag erneuert. Darum müssen sowohl ICE- als auch IC-Züge bis zum 14. Dezember umgeleitet werden. Doch auf der geplanten Umleitung durch das Leinetal können die Fernverkehrszüge nicht mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde unterwegs sein, dafür ist dieser Gleisabschnitt gar nicht ausgelegt. Also dauert die Fahrt länger: Statt einer halben Stunde sind die Reisenden während der Sperrung etwa eine Stunde unterwegs.

Doch nicht nur die Fahrgäste von ICE und IC sind von der Sperrung betroffen. Zum einen wirkt die sich auch auf andere Verbindungen aus: Auf der Strecke von Bremen nach München etwa müssen die Bahnkunden ebenfalls eine Stunde mehr einrechnen.

Und dadurch, dass der Fernverkehr auf die Strecke umgeleitet wird, die eigentlich nur von Regional- und Güterzügen genutzt wird, kann es nach Angaben der Bahn auch im Regionalverkehr zu Einschränkungen kommen. Dafür, so führt es Unternehmenssprecher Sven Meyer aus, werden zwischen dem 11. Juni und Mitte Dezember einige Orte wie Uelzen oder Celle stündlich von ICE-Zügen Richtung München angefahren.

Strecke Berlin-Leipzig/Halle derzeit ebenfalls gesperrt

Der Streckenabschnitt Hannover-Göttingen gehört zu der mehr als 320 Kilometer langen Trasse von Hannover nach Würzburg. Täglich sind auf dieser Strecke rund 110 Züge unterwegs. Insgesamt soll die Sanierung der Trasse 640 Millionen Euro kosten, für den Abschnitt zwischen Hannover und Göttingen hat die Bahn rund 175 Millionen Euro veranschlagt. Der nächste Abschnitt zwischen Göttingen und Kassel soll ab April 2021 saniert werden.

Bereits jetzt müssen sich Bahnreisende, die zwischen München und Berlin verkehren, auf Einschränkungen einstellen. Seit Wochenbeginn werden zwischen Berlin und Leipzig/Halle die Schienen erneuert. Noch bis zum 7. Juni müssen die ICE-Züge daher umgeleitet werden, was die Fahrzeit um eine halbe Stunde verlängert. Im Regionalverkehr südlich von Berlin fallen zudem zahlreiche Fahrten aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Mai 2019 um 16:11 Uhr.

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