Eine Urlauberin sitzt auf einer Bank hinter Absperrbändern in Baden-Württemberg. | Bildquelle: dpa

Für Urlauber aus NRW Auch Baden-Württemberg macht zu

Stand: 25.06.2020 11:38 Uhr

Als weiteres Bundesland erlässt auch Baden-Württemberg ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus dem Corona-Risikogebiet in NRW. Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann verteidigte das Verbot in seinem Bundesland.

Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen solle schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Ähnliche Regelungen in anderen Bundesländern

Hintergrund ist der Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh. In dessen Folge hatten Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bereits Beherbergungsverbote beschlossen, Schleswig-Holstein erließ eine Quarantäneregelung.

Maßgeblich sei, ob die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Betreffenden in den vergangenen sieben Tagen vor der Anreise pro 100.000 Einwohner höher als 50 war, teilte die Corona-Lenkungsgruppe des Landes mit.

Das Verbot beziehe sich dann auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen.

Ausnahmen sind möglich

Ausnahmen gelten laut Lenkungsgruppe für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, nicht infiziert zu sein. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.

Zieht Sachsen-Anhalt nach?

Ein Beherbergungsverbot könnte auch in Sachsen-Anhalt kommen: Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte im MDR: "Ich will nicht verhehlen, dass wir am nächsten Dienstag im Kabinett eine neue Verordnung beschließen - und dass wir durchaus auch derzeit sehr stark erwägen, in dieser Verordnung ein sogenanntes Beherbergungsverbot aufzunehmen." Als weitere Möglichkeit führte der CDU-Politiker Quarantäne-Regelungen an.

Haseloff sprach sich außerdem dafür aus, dass sich die Bundesländer im Umgang mit Menschen aus Risikogebieten auf gemeinsame Richtlinien einigen sollten.

Aus Gütersloh kommen unterdessen neue Infizierten-Zahlen: Von 2000 aktuell durchgeführten Corona-Tests im Kreis Gütersloh sei nur einer positiv ausgefallen, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Er könne allerdings nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter nicht auf Corona getestet worden seien. Es könne sein, dass "uns 20, 30 durch die Lappen gegangen sind", sagte der CDU-Politiker. Er verteidigte aber das Vorgehen der Behörden: Es sei "sorgfältig durch die öffentliche Hand getestet" worden.

Niedersachsen verteidigt Maßnahme

Niedersachsen hatte bereits ein Beherbergungsverbot für Touristen aus dem Raum Gütersloh angekündigt. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann verteidigte das Verbot. Auf NDR Info sagte der CDU-Politiker, er könne die Verärgerung der betroffenen Menschen verstehen. "Aber wir haben einen Schutzauftrag als Landesregierung. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Coronavirus sich nicht verbreitet. Wir müssen weiterhin vorsichtig bleiben."

Die Menschen seien sich auch aufgrund des schönen Wetters und der zurückgegangenen Infektionszahlen der Krise manchmal nicht bewusst. "Aber wir haben immer wieder Hotspots. Insofern müssen wir entsprechend konsequent den Schutz der Bevölkerung durchsetzen."

Zugleich warnte Althusmann auf NDR Info vor möglichen negativen Folgen für die Tourismusregionen in Niedersachsen: "Stellen Sie sich vor, auf einer Nordsee-Insel ist ein starker Corona-Ausbruch. Dann kommt das gesamte touristische Leben dort zum Erliegen. Und dies zu verhindern, erfordert vorsorgliche Maßnahmen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juni 2020 um 12:00 Uhr.

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