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Lauterbach zu Affenpocken 40.000 Impfdosen bis Mitte Juni erwartet

Stand: 29.05.2022 19:31 Uhr

Insgesamt 240.000 Dosen Impfstoff gegen Affenpocken seien bestellt, sagt Gesundheitsminister Lauterbach im Bericht aus Berlin - 40.000 würden in den ersten beiden Juniwochen erwartet. Wer sie erhalten soll, sei noch nicht klar.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet mit den ersten Impfdosen gegen Affenpocken noch in der ersten Junihälfte. "40 000 Einheiten sollen in den ersten beiden Juni-Wochen kommen, dann 200.000 Einheiten danach", sagte er im Bericht aus Berlin. "Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Impfstoff gegen Affenpocken", erklärte er. Der Impfstoff sei aber bestellt. "Der Vertrag liegt vor, von mir gezeichnet. Wir warten auf die Antwort des Unternehmens, aber ich gehe davon aus, dass wir diesen Impfstoff bald haben werden."

Wer die Impfungen erhalten solle, sei noch nicht klar. Man werde aber Impfkonzepte vorlegen "um die Infizierten herum". Das werde derzeit vorbereitet, so Lauterbach. Anfang der Woche hatte er gesagt, es gehe gehe darum, vorbereitet zu sein auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen Infizierter. Das Vakzin namens Imvanex sei in den Vereinigten Staaten gegen Affenpocken zugelassen.

Der SPD-Politiker betonte im Bericht aus Berlin nun erneut, dass er keine neue Pandemie durch dieses Virus erwarte. Man müsse es eindämmen und wolle nicht, dass es sich festsetze. "Aber ich glaube nicht, dass die Affenpocken wirklich eine Gefahr darstellen im Sinne einer Pandemie. Das Potenzial ist da nicht da."

"Rechne mit Ausbrüchen im Herbst"

Zum Thema vierte Corona-Impfung empfahl er Risikopatienten oder über 70-Jährigen, sich diese schon jetzt verabreichen zu lassen. Mit Blick auf einen möglicherweise erst kurz vor einer Herbst-Welle verfügbaren Omikron-Impfstoff zeigt sich der Minister zuversichtlich, dass man gut vorbereitet sei. "Wir werden die Impfzentren weiter am Netz halten, werden auch in den Praxen impfen, werden eine Struktur vorweisen, mit der wir sehr schnell sehr viele Menschen impfen können, wenn der neue Impfstoff kommt." Dabei gehe es nicht nur darum, den Einzelnen zu schützen, sondern auch eine Ausbreitung weiterer Varianten wie etwa BA.4 und BA.5 zu verhindern. "Ich rechne mit Ausbrüchen auch im Herbst."

Wie die FDP überzeugen?

Viele Regeln sind inzwischen gefallen - in Bussen und Bahnen muss aber weiter Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Ein Thema, bei dem es zuletzt Spannungen mit dem Koalitionspartner FDP gab. So hatte etwa Verkehrsminister Volker Wissing gefordert, die Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Flugzeugen zu beenden. Und während Lauterbach eine mögliche Maskenpflicht für den Herbst vorbereiten will, forderte Bundesjustizminister Marco Buschmann zuletzt, erst Ergebnisse einer Evaluierung abzuwarten.

Lauterbach verteidigte im Bericht aus Berlin nun die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. "In Bussen und Bahnen ist man unterwegs, muss zum Teil zur Arbeit und hat ein Recht darauf, dass man sicher zur Arbeit kommt und sich nicht infiziert." Dass strengere Maßnahmen gefallen seien, liege daran, dass es derzeit nicht mehr so viele schwere Verläufe gebe - das könne sich aber im Herbst ändern und dann kämen möglicherweise Varianten, die das notwendig machten. Wie er dann die FDP überzeugen könne? "Die FDP ist eine konstruktive Partei, mit der wir im Hintergrund diese Dinge vorbereiten", so Lauterbach. "Wir arbeiten im Hintergrund besser zusammen, als der ein oder andere denkt."

Über dieses Thema berichtete das Erste am 29. Mai 2022 um 18:05 Uhr im "Bericht aus Berlin".