Ein Mann fährt auf der Autobahn in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird. | Bildquelle: dpa

Automatisiertes Fahren Freihändig, aber ethisch korrekt

Stand: 20.06.2017 17:30 Uhr

Die Ethik-Kommission von Bundesverkehrsminister Dobrindt zeigt sich offen dafür, in Deutschland automatisiertes und vernetztes Fahren einzuführen. Ihr Bericht enthält aber auch "ethische Regeln", die dabei als Leitlinien gedacht sind.

Von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Automatisiertes Fahren hat was, das hat Kommissionschef Udo Di Fabio bei einer Testfahrt festgestellt. Der ehemalige Verfassungsrichter und die anderen Mitglieder der von Bundesverkehrsminister Dobrindt eingesetzten Ethik-Kommission haben sich in ihrem Bericht nicht nur theoretisch Gedanken gemacht, sondern sind auch in selbstfahrende Autos eingestiegen.

Bericht der Ethikkommission zu automatisiertem Fahren
nachtmagazin 00:20 Uhr, 21.06.2017, Katharina Döppler, ARD Berlin

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"Wir sind bei Starkregen über die A9 gefahren", erzählt Di Fabio. "Als das System mir das Lenkrad zurückgegeben hat, war ich schon unwillig. Ich wollte es gar nicht mehr zurück, weil es viel bequemer war und ich auch den Eindruck gewonnen hatte, dass das System etwas besser fährt als ich. Jedenfalls bei diesen extremen Witterungsverhältnissen."

Weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr?

Die Ethik-Kommission ist grundsätzlich offen dafür, in Deutschland automatisiertes Fahren einzuführen. Selbstfahrende Autos oder Busse einzusetzen, könne gesellschaftlich und ethisch sogar geboten sein, wenn es dadurch weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr gebe.

Aber die 14 Kommissionsmitglieder - Juristen, Informatiker, Theologen und Techniker - setzen Hürden. Sie arbeiteten sich neun Monate lang an der Kernfrage ab, die Verkehrsminister Dobrindt gestellt hatte: Nach welchen ethischen Grundsätzen sollen eigentlich Maschinen handeln, wenn sie in der Lage sind, Entscheidungen selbstständig zu treffen und auch zu lernen?

Karsten Lemmer, IVF, mit einer Einschätzung zur Zukunft des autonomen Fahrens
tagesschau24 15:40 Uhr, 20.06.2017

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20 Regeln zum Schutz der Menschen

Herausgekommen sind 20 Regeln. Die wichtigste: Der Schutz von Menschen hat Vorrang - also immer lieber Sachschäden als Personenschäden in Kauf nehmen. Klar ist für die Mitglieder: Der Bordcomputer darf nicht qualifizieren, also nicht so programmiert werden, dass das Auto im Zweifel lieber einen alten Menschen umfährt als ein Kind, lieber einen Mann als eine Frau, sagt Di Fabio: "Ein solches Szenario ist ethisch ausgeschlossen. Jedes Menschenleben ist gleich."

Auch sollte es untersagt sein, Opfer gegeneinander aufzurechnen, heißt es im Bericht. Gleichzeitig steht dort aber auch, eine "allgemeine Programmierung auf Minimierung der Zahl der Personenschäden kann vertretbar sein". Hier diskutierte die Kommission strittig und konnte keine einheitliche Linie finden.

Wer trägt die Verantwortung?

Einigkeit gab es aber über die Regel, dass in jeder Situation klar sein müsse, wer gerade die Verantwortung für das Auto hat: der Computer oder der Mensch. Und wenn das Auto fährt, ohne dass der Mensch eingreifen kann, muss bei Unfällen der Hersteller haften.

Für die vielen Daten, die beim automatisierten Fahren entstehen, fordert die Kommission klare Richtlinien, der Fahrer müsse über Verwendung und Weitergabe entscheiden können. Wer das alles für ferne Zukunftsmusik hält, liege falsch, so Dobrindt: "Diese Fahrzeuge werden in fünf Jahren in den Autohäusern zur Verfügung stehen."

Keine Pflicht zum automatisierten Fahren

Dobrindts schöne neue Selbstfahrwelt. Die Opposition sieht das kritisch: "Er ist überoptimistisch und verspricht das Blaue vom Himmel herunter, um die Interessen der Automobilindustrie durchzusetzen", sagt Sabine Leidig von der Linkspartei.

Stellt sich noch die Frage: Müssen wir dann irgendwann alle auf selbstfahrende Autos umsteigen? Wenn es nach der Kommission geht: nein. Sie hält nichts von einer Pflicht zum automatisierten Fahren.

Regeln für automatisiertes Fahren
S. Müller, ARD Berlin
20.06.2017 15:36 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 20. Juni 2017 die tagesschau um 14:00 Uhr und tagesschau24 um 15:30 Uhr.

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