Bundeswehr in Afghanistan
Hintergrund

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr Afghanistan, Kosovo, Mali ...

Stand: 22.10.2015 13:06 Uhr

UN-Friedensmissionen, KFOR und ISAF: Deutsche Soldaten sind in Auslandseinsätzen auf der ganzen Welt. Die meisten von ihnen sind in Afghanistan und im Kosovo. Insgesamt ist die Bundeswehr aber zurückhaltend bei Einsätzen in Krisenregionen.

Von Angela Ulrich, RBB, ARD-Hauptstadtstudio

Sechs Friedensmissionen der UN unterstützt Deutschland derzeit, allerdings jeweils nur mit einer überschaubaren Anzahl von Soldaten. Zum Beispiel im Mittelmeer, vor der Küste des Libanon. Dort versuchen deutsche Marine-Soldaten, dem Waffenschmuggel Einhalt zu gebieten, mit gerade mal 134 Mann. Noch weniger sind es in Mali. An der Friedensmission dort beteiligt sich die Bundeswehr mit Transall-Transportmaschinen und nur 85 Soldaten.

Angela Ulrich ARD-Hauptstadtstudio

3300 Soldaten in Afghanistan stationiert

Insgesamt sind allerdings deutlich mehr deutsche Soldaten auf Auslandseinsatz: mehr als 4600 in 16 Missionen. Dabei geht es aber eben nicht nur um UN-Friedensaufträge, sondern auch um internationale Kriseneinsätze unter dem Dach von NATO oder EU.

Der größte dieser Einsätze ist der in Afghanistan. Hier sind derzeit - laut Bundeswehr - noch bis zu 3300 Soldaten stationiert. Deutschland gehört damit zu den größten Truppenstellern beim ISAF-Einsatz. Allerdings geht die Mission in einem guten halben Jahr zu Ende. Was danach auf die Bundeswehr zukommt, ist noch unklar.

Das zweitgrößte Truppenkontingent sendet das Verteidigungsministerium ins Kosovo. Das Mandat dort hat der Bundestag vor kurzem verlängert, für die rund 700 Soldaten im KFOR-Einsatz.

Grenzen sichern, Piraten bekämpfen, Waffen vernichten

Weitere Aufträge: Piraten bekämpfen vor dem Horn von Afrika, Grenzen sichern in der Türkei im Syrien-Konflikt, die Vernichtung von Chemie-Waffen begleiten, ebenfalls im Syrien-Drama. Auch im Kongo, im Sudan und Südsudan sind deutsche Soldaten präsent, allerdings jeweils nur wenige.

Wie zurückhaltend die Bundeswehr bisher ist, wird an der Zentralafrikanischen Republik deutlich. Die EU benötigte einige Wochen, um die tausend Soldaten für den Kriseneinsatz im Bürgerkriegsland zusammenzubekommen. Deutschland zögerte lange, schickte dann zwei gemietete Transportflugzeuge. Eine größere Zahl an Soldaten wurde nicht entsandt.