Menschen gehen eine Straße entlang | Bildquelle: ARD-aktuell / Weiss

Migrations-Statistik 10,6 Millionen Ausländer in Deutschland

Stand: 12.04.2018 12:20 Uhr

2017 waren rund elf Millionen Menschen ohne deutschen Pass in der Bundesrepublik registriert, meldet das Statistische Bundesamt. Mehr als die Hälfte von ihnen kommt aus Staaten außerhalb der EU.

Die Zahl der im Ausländerzentralregister Deutschlands gemeldeten Personen steigt: Insgesamt 10,6 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts Ende 2017 dort gemeldet - was einem Zuwachs von 585.000 Menschen oder 5,8 Prozent entspricht.

Damit steigt die Zahl der Menschen ohne deutschen Pass, die in der Bundesrepublik leben - die Zuwachsrate hat sich jedoch auf das Niveau vor der Flüchtlingskrise verringert: 2016 hatte sie noch bei 13 Prozent gelegen, 2015 bei 13,7 Prozent.

Zuwanderung aus EU-Staaten steigt besonders stark

Mit 5,92 Millionen Menschen stammt mehr als die Hälfte der registrierten Ausländer aus Staaten außerhalb der EU. An der Statistik lässt sich auch die Abnahme der Flüchtlingszahlen ablesen: Die Nettozuwanderung - der Saldo aus Zuzügen und Fortzügen - aus Syrien lag 2017 bei 61.000 Menschen; 2016 waren es noch 260.000 Menschen gewesen. Aus dem Irak wanderten netto 17.000 Menschen zu, nachdem es 2016 noch 91.000 gewesen waren, aus Afghanistan 5000 (nach 119.000).

Die Nettozuwanderung aus anderen EU-Staaten stieg hingegen überdurchschnittlich: 2017 wanderten der Statistik zufolge 439.000 Menschen aus der EU nach Deutschland ein - 2016 waren es noch 277.000 gewesen. Besonders viele Menschen kamen demnach aus Osteuropa: Ein Drittel stammte aus Polen, ein weiteres Drittel aus Rumänien, gefolgt von Bulgarien.

40.000 Asylsuchende im ersten Quartal 2017

Im ersten Quartal dieses Jahres kamen insgesamt 40.000 Asylsuchende nach Deutschland, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Rund ein Viertel aller Flüchtlinge stammte den Angaben nach aus Syrien - gefolgt von den Herkunftsländern Irak, Nigeria und Afghanistan. Aus der Türkei wurden bislang rund 1.900 Asylsuchende registriert.

In diesem Jahr hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereits über 73.000 Anträge entschieden - im Gesamtdurchschnitt wurden 37,5 Prozent abgelehnt. In 16 Prozent der Fälle wurde den Antragstellern der volle Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention zuerkannt, elf Prozent erhielten subsidiären Schutz, für den derzeit kein Familiennachzug möglich ist.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2018 um 12:00 Uhr und NDR Info um 10:00 Uhr.

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