Urlauber am Strand in Cuxhaven | Bildquelle: dpa

Touristen aus Hotspots Urlaub nur mit Attest

Stand: 26.06.2020 19:55 Uhr

Für Menschen aus Corona-Hotspots bleibt der Sommerurlaub möglich - wenn sie nicht infiziert sind und ein ärztliches Zeugnis vorlegen können. Auf diese einheitliche Regelung einigten sich Bund und Länder.

Bund und Länder haben sich auf einheitliche Reisebeschränkungen für Touristen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen verständigt. Die Reisenden dürfen nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen untergebracht werden, wenn ein ärztliches Attest vorliegt, laut dem sie Corona-frei sind. Das geht aus einem Beschluss der Chefs von Bundeskanzleramt sowie Staats- und Senatskanzleien der Länder hervor. Das benötigte ärztliche Zeugnis müsse sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist.

Nach dem Corona-Ausbruch im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh beim Fleischproduzenten Tönnies hatten viele Bundesländer Reisebeschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots beschlossen. So waren auf Usedom bereits Touristen aus Gütersloh wieder nach Hause geschickt worden. Wie der Bund-Länder-Beschluss von den Ländern, die bereits eigene Reisebeschränkungen beschlossen hatten, im Einzelnen umgesetzt wird, blieb zunächst offen.

In den Ländern besteht die Sorge, dass Reisende aus Nordrhein-Westfalen das Virus in die Urlaubsziele einschleppen könnten - besonders jetzt, da im bevölkerungsreichsten Bundesland die Sommerferien begonnen haben.

"Jede Region kann plötzlich betroffen sein"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Einigung: "Der Einsatz hat sich gelohnt. Gut, dass wir nun gemeinsame Regelungen aller Länder mit dem Bund dafür haben, wie wir Risikovorsorge und Reisefreiheit miteinander verbinden."

Die Bundesregierung rief bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu Solidarität auf und warnte vor einem Anprangern dort lebender Menschen. "Jede Region kann plötzlich von einem Ausbruch betroffen sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verurteilte es scharf, dass Menschen aus den Kreisen beleidigt und ihre Autos zerkratzt worden seien. Das sei ein "völlig inakzeptables und widerwärtiges" Verhalten. Gefragt sei dagegen gerade in schwierigen Situationen gegenseitiger Respekt.

Laut Robert Koch-Institut fiel im Kreis Warendorf die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage mit 47,9 wieder unter den entscheidenden Wert von 50. Auch im Kreis Gütersloh sank die Kennziffer weiter. Mit 177,7 Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (zuvor 192,8) liegt der Wert aber weiter deutlich über der Marke von 50.

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