Ein Flüchtling  in der Erstaufnahmestelle in Suhl (Thüringen) zum Gespräch mit einem Entscheider. | Bildquelle: dpa

Zuwanderung nach Deutschland Zahl der Asylbewerber unter der Obergrenze

Stand: 16.12.2018 08:09 Uhr

Der Streit in der Union über die Obergrenze für Flüchtlinge war lang und erbittert. Schließlich wurde sie auf bis zu 220.000 festgelegt. Nun stellt sich raus: In diesem Jahr wird diese Zahl gar nicht erreicht.

Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Obergrenze für Flüchtlinge wird 2018 offenbar nicht erreicht. Bis Jahresende wird es voraussichtlich 166.000 Asylanträge geben, berichtet die "Bild am Sonntag". Das gehe aus der Zuwanderungsberechnung der Bundesregierung für 2018 hervor. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte die Zahl gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Die Gesamtzahl der Flüchtlinge bliebe damit unter der von Union und SPD vereinbarten Spanne von jährlich 180.000 bis 220.000. Im vergangenen Jahr hatte es noch mehr als 198.000 Asylanträge gegeben, darunter rund 114.000 im Rahmen des Familiennachzugs.

18.500 sind freiwillig zurückgekehrt

In diesem Jahr hätten 38.500 Menschen ein Visum im Rahmen des Familiennachzugs erhalten, berichtet die Zeitung. Aus der Regierungsstatistik gehe außerdem hervor, dass 4600 Flüchtlinge aus humanitären Gründen aufgenommen worden seien.

Außerdem hätten 26.500 Flüchtlinge Deutschland verlassen, weil sie kein Asyl erhalten oder in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt hätten. 18.500 seien freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt.

Unter den Migranten seien auch rund 30.000 in Deutschland geborene Flüchtlingsbabys im Alter von unter einem Jahr. Sie werden wie ihre Eltern als Erstantragsteller auf Asyl registriert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Dezember 2018 um 10:23 Uhr.

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