Menschen gehen vor einem Polizeifahrzeug | Bildquelle: dpa

Zahlen des Innenministeriums 78.000 Asylanträge seit Januar

Stand: 18.06.2018 17:00 Uhr

Das CSU-geführte Innenministerium hat im Asylstreit Zahlen von Asylsuchenden veröffentlicht. Demnach stellten in diesem Jahr rund 78.000 Menschen einen Antrag, 18.349 waren bereits in der Fingerabdruckdatei Eurodac registriert.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres haben in Deutschland rund 78.000 Menschen einen Asylantrag gestellt. Das geht aus einer neuen Statistik des Bundesinnenministeriums hervor, die der "Passauer Neuen Presse" vorliegt.

Im gesamten ersten Halbjahr 2017 waren 90.389 Asylsuchende gekommen, wie die Zeitung berichtet.

Von Januar bis Mitte Juni 2018 wurden dem Bericht zufolge 18.349 Asylsuchende aufgenommen, die bereits in der Fingerabdruckdatei Eurodac registriert waren. Damit hätten sie nach der europäischen Dublin-III-Verordnung eigentlich in dem EU-Land das Asylverfahren abschließen müssen, in das sie zunächst eingereist waren.

Bundeskanzlerin Merkel und Bundesinnenminister Seehofer sitzen nebeneinander. | Bildquelle: AFP
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Bundeskanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer. 2017 hatte Deutschland rund 65.000 Ersuche auf Übernahme von Asylbewerbern an andere Staaten gestellt

3900 Zurückweisungen an der Grenze

Bei Anwendung der von Bundesinnenminister Horst Seehofer geplanten Zurückweisung bereits registrierter Asylbewerber an der Grenze wäre damit seit Jahresbeginn rund ein Fünftel weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, so die Zeitung.

2017 hatte Deutschland rund 65.000 Ersuche auf Übernahme von Asylbewerbern an andere Staaten gestellt, wie es weiter hieß. 41.000 davon seien in der Eurodac-Datei registriert gewesen. In rund 7000 Fällen davon sei die Rückführung erfolgt. Demgegenüber wurden laut dem Bericht 9000 Asylbewerber aus anderen EU-Staaten entsprechend den Regeln des Dublin-Abkommens in die Bundesrepublik überstellt.

Die Bundespolizei hatte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitgeteilt, dass es von Januar bis April des Jahres 14.731 unerlaubte Einreisen gegeben habe. Dabei sei es zu 3.900 Zurückweisungen gekommen. Diese seien nur möglich, wo Grenzkontrollen stattfänden. Das sei gegenwärtig nur an der deutsch-österreichischen Landesgrenze sowie bei den Kontrollen an den Flug- und Seehäfen der Fall, hieß es.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2018 um 05:00 Uhr.

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