Ein Fläschchen mit fünf Milliliter Corona-Impfstoff von AstraZeneca. | dpa

STIKO zu Impfstoff Altersempfehlung für AstraZeneca geändert

Stand: 30.03.2021 18:38 Uhr

Die Ständige Impfkommission der Bundesregierung empfiehlt den Impfstoff von AstraZeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Grund sind mehrere Fälle von Hirnvenenthrombosen, die nach Impfungen aufgetreten waren.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt vorläufig, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nur noch bei über 60-Jährigen einzusetzen. Dies teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Wie die Experten erklärten, wurde die Empfehlung "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften geändert. Konkret geht es um 31 Fälle von Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55.

Zweite Dosis mit BioNTech?

Zur Verabreichung der zweiten Dosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten haben, will die STIKO bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben. Bis dahin sollten Studien ausgewertet werden, ob eine Zweitimpfung auch mit einem mRNA-Impfstoff wie etwa von BioNTech möglich ist.

Zuvor hatten bereits die Bundesländer NRW, Berlin und Brandenburg die Impfungen mit AstraZeneca für unter 60-Jährige vorläufig ausgesetzt. Einen Stopp beschloss auch die Stadt München.

Laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instuituts (RKI) wurden bislang etwa 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von AstraZeneca verimpft.

Bund-Länder Beratungen am Abend

Am Abend wollten Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff beraten. Das Bundespresseamt kündigte eine Pressekonferenz an - im Anschluss an ein "Informationsgespräch mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur weiteren Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca".

Über dieses Thema berichtete am 30. März 2021 die tagesschau um 17:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:00 Uhr in den Nachrichten.