Annegret Kramp-Karrenbauer beim politischen Aschermittwoch | Bildquelle: AFP

Kramp-Karrenbauer zu Kritik "Das verkrampfteste Volk der Welt"

Stand: 06.03.2019 20:02 Uhr

Karneval ist vorbei, doch die Rede vor dem "Narrengericht" beschäftigte CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer auch beim politischen Aschermittwoch. In Demmin beschwerte sie sich über die Kritik an ihrem Auftritt.

Diese Kritik will Annegret Kramp-Karrenbauer nicht auf sich sitzen lassen. Im Streit um ihre Äußerungen vor dem Stockacher "Narrengericht" zur Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht ist die CDU-Vorsitzende zum Gegenangriff übergegangen. Sie könne die Aufregung nicht verstehen, sagte Kramp-Karrenbauer beim politischen Aschermittwoch in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern). Die Dinge seien künstlich hochgepuscht worden, kritisierte sie.

Wenn man ihre Rede auf dem "Narrengericht" in Gänze hören würde, werde klar, dass sie sich nicht über Intersexuelle, sondern über Männer habe lustig machen wollen, sagte sie. Die Christdemokratin wies darauf hin, dass das "Narrengericht" sie scherzhaft der "Entmannung der CDU" angeklagt habe.

Kristin Schwietzer, ARD Berlin, zum Auftritt der neuen CDU-Chefin
tagesschau24 19:00 Uhr, 06.03.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kein Fall für die "Goldwaage"

Kramp-Karrenbauer zeigte Unverständnis für die Art und Weise, wie über ihre Äußerungen diskutiert wurde. Die Tradition von Fastnacht bedeute gerade, dass man "nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss" erklärte sie. Wenn man weiter "so verkrampfe", bestehe die Gefahr, das "ein Stück Tradition und Kultur in Deutschland" kaputtgehe.

Dass manche politischen Gegner und der Koalitionspartner SPD ihre Äußerungen zu einem Thema gemacht hätten, "zeigt, wie schlimm die Situation bei denjenigen sein muss", sagte Kramp-Karrenbauer. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 seien die Deutschen das glücklichste Volk auf der Welt gewesen. "Heute habe ich das Gefühl, wir sind das verkrampfteste Volk, das überhaupt je auf der Welt rumläuft. Das kann doch so nicht weitergehen."

Die Parteichefin hatte bei einer Fastnachtsrede in Stockach zu der Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht gesagt: "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist die Toilette."

Dafür war sie sowohl von der SPD-Spitzenkandidatin bei der Europawahl, Katarina Barley, als auch vom Grünen-Parteichef Robert Habeck scharf kritisiert worden. Barley sagte, Kramp-Karrenbauer habe "billige Punkte" sammeln wollen mit "Flachwitzen über Menschen mit intersexueller Identität". Grünen-Chef Habeck sagte, man könne ja mal "ins Klo greifen" mit einer Aussage. "Aber es wäre ein leichtes gewesen, sich dafür zu entschuldigen", fügte er hinzu.

Annegret Kramp-Karrenbauer beim politischen Aschermittwoch | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX
galerie

Fühlt sich grob missverstanden: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer

Nichts gegen Indianer-Kostüme

Vor ihren Parteifreunden in Mecklenburg-Vorpommern kritisierte die CDU-Chefin auch scharf die Debatte darüber, ob Kinder als Indianer oder Scheichs verkleidet Karneval feiern dürfen, nachdem diese Kostüme in einer Hamburger Kita für unerwünscht erklärt worden waren. Wenn sie an Kinder denke, dann "weniger daran, welche Empfehlung man ausgeben muss, ob ein Kind als Indianer oder Scheich in den Kindergarten kommen darf".

Unter großem Beifall rief sie, sie wünsche sich ein Deutschland, in dem Kinder Cowboy und Indianer spielen dürften und "in dem sie im Kindergarten wahlweise mit der Puppe oder mit Lego spielen dürfen, wie sie es wollen. Ohne dass man ihnen mit drei Jahren schon sagt, dass sie kultursensibel sein müssen."

Reiben am Koalitionspartner

Mit Blick auf den Koalitionspartner SPD beharrte die Christdemokratin auf einer Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundrente. Auch die CDU sei für eine Grundrente. Sie solle aber so zielgerichtet vergeben werden, dass sie bei denen ankomme, die sie bräuchten. Daher sei eine Bedürftigkeitsprüfung nötig.

Zugleich attackierte sie die Amtsführung von Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Es gehe nicht, dass man in einer Koalition als Finanzminister bei Haushaltsgesprächen nur "schwarze Ministerien bluten" lasse und für SPD-Vorhaben Geld habe. Auch der frühere Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe auf die Einhaltung eines ausgeglichenen Haushalts geachtet - ohne aber einseitig Geld für die Vorhaben nur des einen Koalitionspartners zur Verfügung zu stellen.

Ebenso deutlich stellte sie sich gegen eine restriktive Linie in der Rüstungsexporten. Wenn man sich dafür entscheide, eine Rüstungsindustrie zuzulassen, dann dürfe man nicht "hintenrum versuchen", durch eine enge Auslegung der Richtlinien Rüstungsexporte zu verhindern.

Das Thema Europa

Ihre Partei forderte sie zu einem engagierten Europawahlkampf auf. Es gehe darum, ob man mit den Werten, die man in Deutschland und Europa für wichtig halte, in der Welt noch eine Rolle spiele.

Kramp-Karrenbauer forderte die Europäische Union auf, sich um die wichtigen Themen und "nicht um jede Trinkwasserverordnung, nicht um jede Kleinigkeit" zu kümmern. Der Schutz der Außengrenze sei "die große Frage" - dieser müsse gewährleistet werden.

Kommentar zu Kramp-Karrenbauer: Souverän ist anders
U. Lueb, ARD Berlin
07.03.2019 13:26 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. März 2019 um 19:00 Uhr.

Darstellung: