Gelbbauchunke | dpa

Artensterben in Deutschland Amphibien und Reptilien stark gefährdet

Stand: 17.08.2021 16:00 Uhr

Immer weniger Lebensräume, immer monotonere Landschaften: Für viele Amphibien und Reptilien sieht das Bundesamt für Naturschutz eine "alarmierende Gefährdungssituation". Dringend nötig seien Schutzmaßnahmen.

Die Situation für die meisten Amphibien- und Reptilien-Arten in Deutschland hat sich laut der neuen Roten Liste in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Jede zweite der 20 untersuchten Amphibienarten sei in ihrem Bestand gefährdet, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit. Bei den Reptilien liege der Anteil mit neun von 13 noch höher, erklärten das Bundesamt und das Rote-Liste-Zentrum. "Für drei Viertel der Amphibienarten und mehr als zwei Drittel der Reptilienarten wurden auch in den vergangenen 20 Jahren weitere Abnahmen festgestellt", hieß es weiter.

Zunehmend monotone Landschaften

Hauptursache für die "alarmierende Gefährdungssituation" sei der Verlust von Lebens- und Teillebensräumen. Dazu zählen unter anderem auch Brut- und Laichbiotope sowie frostsichere Überwinterungsplätze. Die anhaltende Inanspruchnahme von Flächen durch neue Wohn- oder Verkehrsflächen sei für den Verlust ausschlaggebend.

In einer zunehmend monotonen Landschaft hätten es Amphibien und Reptilien immer schwerer. Die Autoren forderten eine naturverträglichere Land- und Forstwirtschaft sowie eine Reduzierung des Flächenverbrauchs für Verkehr und Siedlungen. "Ohne tiefgreifende Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft werden wir einen Großteil der Arten zukünftig nur noch in wenigen isolierten Schutzgebieten vorfinden", erklärte Ulrich Schulte, der Koordinator der Roten Listen.

Eine weibliche Kreuzotter liegt im Gras am Main-Donau-Kanal. | dpa

Kreuzotter im Gras Bild: dpa

Abnahmen auch bei nicht gefährdeten Arten

Alle 21 in Deutschland vorkommenden Arten der Amphibien und alle 14 Arten der Reptilien sind in der Roten Liste erfasst. Unter den Amphibien sind demnach unter anderem die Geburtshelferkröte und die Gelbbauchunke besonders gefährdet. Bei den Reptilien sind es die Würfelnatter und die Kreuzotter. Bestandsabnahmen wurden auch bei als nicht gefährdet eingestuften Arten festgestellt, etwa bei Feuersalamander und Westlicher Blindschleiche.

Das BfN erklärte, für keine Art sei in den vergangenen 20 Jahren eine deutliche Zunahme der Bestände festgestellt worden. Die Stabilisierung einzelner Vorkommen gehe vor allem auf Schutzmaßnahmen zurück. Beispielsweise habe der Springfrosch von der Förderung des Laubwaldanteils in Wäldern und neu angelegten Gewässern profitiert.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 26. Juni 2021 um 05:58 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 17.08.2021 • 21:53 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation