Eine Frau wischt mit einem Tuch den Fußboden. | Bildquelle: dpa

Mehrfachbeschäftigung Zahl der Multi-Jobber steigt

Stand: 05.05.2018 11:12 Uhr

Immer mehr Arbeitnehmer haben nicht nur einen Job: 3,26 Millionen Mehrfachbeschäftigte registrierte die Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr. Zudem steigt die Anzahl der Fehltage wegen Überlastung.

Die Zahl der Menschen mit mehreren Jobs steigt weiter an. 2016 gab es bundesweit 3,13 Millionen Mehrfachbeschäftigte, im vergangenen Jahr waren es bereits 3,26 Millionen. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Die "Passauer Neuen Presse" berichtete darüber.

1,86 Millionen haben mindestens zwei Jobs

Die Tendenz zu mehreren Jobs setze sich seit Jahren fort, heißt es weiter. 2004 waren laut Bericht erst 1,86 Millionen Menschen mit mindestens zwei Stellen registriert. Das sind 1,4 Millionen Multi-Jobber weniger als im vergangenen Jahr.

Insgesamt 2,73 Millionen Mehrfachbeschäftigte gingen neben einer sozialversicherungspflichtigen Stelle mindestens einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung nach. Als zweithäufigste Variante gelte die Kombination von zwei sozialversicherungspflichtigen Jobs. Im Jahr 2017 gab es insgesamt 306.272 Fälle, 275.118 Menschen übten zwei oder mehr geringfügige Beschäftigungsverhältnisse aus.

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Mehr Fehltage wegen Überlastung

Arbeitnehmer werden außerdem immer häufiger wegen Überlastung und Erschöpfung krankgeschrieben. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Demnach stieg die Zahl der Fehltage von 2012 bis 2016 von 19,97 Millionen auf 30,53 Millionen im Jahr.

Weil es für eine starke emotionale und körperliche Erschöpfung durch chronische Überforderung - oft als Burn-out bezeichnet - keine einheitliche Diagnose gibt, ließ die Linke die Fehltage aufgrund von vier Diagnosen ermitteln: schwere Belastungs- und Anpassungsstörung, neurotische Störung, Ermüdung sowie Probleme bei der Lebensbewältigung.

Besonders stark gestiegen sind den Angaben des Ministeriums zufolge die Zahlen bei Belastungs- und Anpassungsstörungen. 2012 fehlten Arbeitnehmer deswegen 10,5 Millionen Tage, 2016 waren es 16,9 Millionen. Für 2017 lagen hier aber noch keine Zahlen vor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2018 um 07:00 Uhr.

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