Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbstgemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. (Quelle: Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V./dpa) | Bildquelle: dpa / JFDA

Kampf gegen Antisemitismus Islam-Verbände sollen sich engagieren

Stand: 26.04.2018 05:33 Uhr

Die Integrationsbeauftragte verlangt von den deutschen Islamverbänden, sich im Kampf gegen den Antisemitismus zu engagieren. Ein israelischer Politiker fordert indes Juden in Deutschland auf, sich aktiv zu wehren.

Annette Widmann-Mauz
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Annette Widmann-Mauz verlangt von den Islamverbänden eine konsequentes Engagement gegen Antisemitismus.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, sieht im Kampf gegen den Antisemitismus die Islamverbände in der Pflicht. Die Religionsgemeinschaften müssten sich "zu einem klaren Nein zu Antisemitismus" bekennen, forderte Widmann-Mauz in der "Passauer Neuen Presse". "Das erschöpft sich nicht in Kundgebungen, sondern muss in den Alltag, in die Moscheegemeinden getragen werden", sagte die CDU-Politikerin.

Die bundesweiten Solidaritätskundgebungen gegen Judenhass bezeichnete sie als "wichtiges Zeichen". Heute gelte dringender denn je: "Wehret den Anfängen", sagte Widmann-Mauz. "Wenn Menschen als "Scheiß-Jude" beschimpft werden, ist auch die Zivilcourage eines jeden von uns gefragt", mahnte die Integrationsbeauftragte.

Demonstrationen gegen Antisemitismus
tagesschau 20:00 Uhr, 25.04.2018, Anke Hahn, RBB

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Kundgebungen gegen Antisemitismus

Am Mittwoch waren als Zeichen gegen den Antisemitismus in mehreren deutschen Städten Menschen mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung, der Kippa, auf die Straße gegangen. In Berlin versammelten sich rund 2500 Menschen zu einer Kundgebung. Anlass für die Demonstrationen war die judenfeindliche Attacke auf einen 21-jährigen Israeli und seinen Freund vor gut einer Woche in Berlin.

Josef Schuster | Bildquelle: dpa
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Schuster wiederholte in den tagesthemen seine Warnung.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, bezeichnete die Kundgebungen in den tagesthemen als "ein wichtiges Symbol und Zeichen". Ein einziger Tag könne zwar "keinen Wandel in der Gesinnung" erreichen, bringe aber "den ein oder anderen, vielleicht sogar viele Menschen zum Nachdenken".

Auf seine Warnung angesprochen, nicht öffentlich mit einer Kippa herumzulaufen, sagte Schuster, er habe die Sorge, dass "Kinder oder Jugendliche, wenn sie allein mit einer Kippa gehen, allein nur deshalb zu Schaden kommen". Er selber habe sich vor zehn Jahren solch eine Warnung nicht träumen lassen. Doch diese Warnung sei "ein Zeichen, dass in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt". 

Bundesweite Kippa-Solidaritätsaktion gegen Antisemitismus
tagesthemen 22:15, 25.04.2018, Griet von Petersdorff, RBB

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"Mit Kippa und Knüppel"

Yair Lapid, einer der führenden Oppositionspolitiker Israels, verurteilte die antisemitischen Angriffe in Deutschland scharf: "Wenn ein Jude in Deutschland Angst hat, mit einer Kippa durch die Straßen Berlins zu laufen, läuft etwas grundlegend falsch", sagte er der dpa.Zu Schusters Warnung erklärte Lapid: "Ich sage zu ihnen, sie sollten mit einer Kippa und einem großen Knüppel in ihren Händen laufen und sich selbst schützen. Weil das nicht toleriert werden kann."

Antisemitische Straftaten erfassen

Der Unions-Innenexperte Mathias Middelberg (CDU) hält eine gezieltere Erfassung antisemitischer Straftaten für notwendig. Es gebe noch immer kein hinreichendes Lagebild über den Hintergrund judenfeindlicher Übergriffe, kritisierte Middelberg in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Es fehle ein "geeigneter Überblick", in welcher Form und in welchem Ausmaß Rechtsextreme an Straftaten beteiligt seien und inwieweit antisemitische Anfeindungen aus dem arabisch-muslimischen Milieu kämen.

Demonstration in Erfurt | Bildquelle: AP
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An der Auftaktveranstaltung in Erfurt nahmen etwa 300 Menschen teil.

Ein Muslimin setzt sich die Kippa über ihrem Kopftuch auf. | Bildquelle: AP
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Unter den Teilnehmern waren auch viele Muslime.

Über dieses Thema berichteten am 25. April 2018 die tagesschau um 20:00 Uhr und die tagesthemen um 22:15 Uhr.

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