Schüler im Berliner Ortsteil Britz sind durch eine Fensterscheibe zu sehen.  | dpa

Empfehlung für Schulen Stärker gegen Antisemitismus vorgehen

Stand: 11.06.2021 15:47 Uhr

Wissen über Antisemitismus und jüdisches Leben stehen im Mittelpunkt einer Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in Schulen. Auf der Kultusministerkonferenz wurde sie vorgestellt - gedacht ist sie für Schüler und Lehrer.

Die Bekämpfung von Antisemitismus soll an Schulen in Deutschland verstärkt werden. Dazu haben die Kultusministerkonferenz der Bundesländer (KMK), der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten eine gemeinsame Empfehlung beschlossen.

Die Empfehlung mache klar, "Antisemitismus wird nicht geduldet und darf nicht ohne Folgen bleiben", sagte die KMK-Präsidentin und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bei der Vorstellung der Empfehlung. Ziel sei unter anderem, Wissen zu vermitteln und über Wurzeln und Ausprägung von Antisemitismus aufzuklären.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte:

Die Schulen spielen im Kampf gegen den Antisemitismus eine Schlüsselrolle.

Jüdisches Leben stärker thematisieren

Es sei wichtig, dass Lehrkräfte Antisemitismus erkennen und angemessen reagieren können, so Schuster. In den Schulen müssten zudem jüdisches Leben, jüdische Geschichte und Kultur vor und nach dem Nationalsozialismus stärker thematisiert werden, sagte Schuster. Jüdische Menschen kämen vor allem als Opfergruppe der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Unterricht vor.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, betonte, es sei "nötiger denn je, deutlich zu machen, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft keinen Platz hat". In Schulbüchern werde zum Teil ein verzerrtes Bild der Gegenwart in Israel vermittelt, kritisierte Klein. Auch dies müsse geändert werden. Er sei zuversichtlich, dass die nun beschlossene Empfehlung ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Antisemitismus sei.

Kultusminister für Rückkehr zum Regelunterricht

Angesichts rückläufiger Corona-Infektionszahlen empfahl die Kultusministerkonferenz der Länder zudem eine Rückkehr zum "uneingeschränkten Regelbetrieb" nach den Sommerferien. Die Konferenz sei überzeugt, dass der Präsenzunterricht "die notwendige Grundlage gemeinsamen Lehrens und Lernens" sei. Alle Schulen sollten deshalb mit dem Start des neuen Schuljahrs "dauerhaft" in den Regelbetrieb gehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juni 2021 um 14:36 Uhr.