Mit Kerzen und Blumen wird der Opfer des Terrorangriffs vom Breitscheidplatz in Berlin gedacht | Bildquelle: AP

Breitscheidplatz 3,8 Millionen Euro für Anschlagsopfer

Stand: 14.12.2018 09:33 Uhr

Opfer und Angehörige des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz haben 3,8 Milllionen Euro Entschädigung erhalten. Weitere Finanzhilfen sind geplant.

In den zwei Jahren seit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz haben 170 Opfer und Angehörige finanzielle Unterstützung erhalten. Das Bundesamt für Justiz mit dem Härtefallfonds, das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales und die Verkehrsopferhilfe stellen 3,8 Millionen Euro zur Verfügung. Der Betrag soll sich in Zukunft noch erhöhen.

In vielen Fällen wurden nicht nur einmalig hohe Summen zur Entschädigung ausgezahlt, sondern lebenslange Zahlungen von monatlichen Grundrenten bewilligt.

Mit Kerzen und Blumen wird der Opfer des Terrorangriffs vom Breitscheidplatz in Berlin gedacht | Bildquelle: AFP
galerie

Opfer und Angehörige hatten sich nach dem Anschlag lange im Stich gelassen gefühlt.

Justizminitser Maas mit dem Opferbeauftragten Beck bei der Vorstellung des Opferberichts zum Attentat auf dem Breitscheidplatz | Bildquelle: dpa
galerie

Kurt Beck setzte sich als Opferschutzbeauftragter für ihre Belange ein.

Einmalzahlungen und Renten für Hinterbliebene

Bis Ende November erhielten die Betroffenen nach Angaben des Justizministeriums mehr als drei Millionen Euro in Form von Einmalzahlungen. Die höchste Einzelsumme betrug 350.000 Euro.

Dazu werden Hinterbliebenen wie Witwen und Witwern, Waisen und Halbwaisen sowie Schwerverletzte monatliche Grundrenten gezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Ausmaß der Schädigung und liegt laut Gesetz zwischen 141 und 736 Euro. Auch die Kosten für ärztliche Behandlungen und Therapien wurden übernommen. 192 Anträge gingen ein. Die allermeisten wurden bewilligt.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 hatte der Tunesier Anis Amri zwölf Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Weitere Menschen wurden traumatisiert. Nach der Tat hatte es immer wieder Vorwürfe gegeben, weil die Hilfe für Opfer und Angehörige des Anschlags nur schleppend voran ging.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. Dezember 2018 um 10:23 Uhr.

Darstellung: