Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit Drehleiter bahnt sich den Weg durch die Straßen Frankfurts am Main. | Bildquelle: dpa

Bilanz der Silvesternacht Gewalt gegen Polizei und Feuerwehr

Stand: 01.01.2019 16:35 Uhr

In der Silvesternacht sind Einsatzkräfte und Streitschlichter Opfer von Angriffen geworden. Unter anderem wurde eine Polizistin von einer betrunkenen Fahranfängerin gebissen. Ein Feuerwehrmann erlitt ein Knalltrauma.

Die Feiern zum Jahreswechsel sind vielerorts ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Viele Polizeidienststellen meldeten eine ruhige Silvesternacht. Es gab aber auch wieder Übergriffe auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, auch Streitschlichter wurden attackiert.

In Berlin zählte die Feuerwehr zwar weniger Einsätze als in der Silvesternacht des Vorjahrs - unverändert sei aber die Aggressivität gegenüber Helfern gewesen. Laut Feuerwehr gab es in der Hauptstadt 49 Übergriffe, 33 davon mit Pyrotechnik. Ein Feuerwehrmann erlitt ein Knalltrauma und kam in eine Spezialklinik.

Mit Flaschen beworfen

Polizisten in Dortmund wurden mit einer Silvesterrakete beschossen und mit Flaschen beworfen. Zu den Angriffen kam es nahe der Innenstadt aus einer Personengruppe heraus. Das teilte die Polizei auf Twitter mit. Verletzt wurde niemand. Der Mann, der die Rakete geschossen hatte, wurde in Gewahrsam genommen.

In Köln zeigten sich Polizei und Stadtverwaltung zufrieden mit der Silvesternacht. Es gab demnach sieben Anzeigen wegen Straftaten mit sexuellem Hintergrund. Im Hauptbahnhof wurde "sicher und respektvoll" gefeiert, erklärte die Bundespolizei. 

Feuerwehrmann attackiert

Bei Löscharbeiten wurde in Frankfurt/Oder ein Feuerwehrmann attackiert. Als ihm ein Mann gegen den Kopf schlug, habe er eine Platzwunde erlitten, sagte die Polizei.

Eine Gruppe von Jugendlichen hatte ein Feuerwerk gezündet, dabei war eine Wiese in Brand geraten. Bei dem Einsatz soll der Tatverdächtige die Löschkräfte an ihrer Arbeit gehindert haben.

Fahranfängerin beißt Polizistin

Eine Polizistin wurde nach einem Verkehrsunfall in Rheinland-Pfalz von einer 18 Jahre alten Fahranfängerin in den Finger gebissen. Die stark alkoholisierte Frau war kurz vor Mitternacht mit ihrem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und mit mehreren geparkten Fahrzeugen zusammengestoßen. Die Frau versuchte zunächst von der Unfallstelle zu flüchten, konnte jedoch in der Nähe angetroffen und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Ebenfalls in Rheinland-Pfalz schlugen in der Silvesternacht mehrere Männer einen Mann zusammen, der einen Streit in ihrer Gruppe schlichten wollte. Der Anwohner in Freinsheim sah von seinem Balkon aus eine Auseinandersetzung und lief nach Polizeiangaben zusammen mit seiner Frau auf die Straße. Dort wurde er von drei oder vier Männern zunächst verbal angegangen und dann mit einem Baseball-Schläger attackiert. Auch als er schon am Boden lag, schlugen die jungen Männer weiter auf ihn ein. Anschließend konnten sie flüchten.

Patient schlägt um sich

Im bayerischen Mainburg griff ein Patient die Besatzung eines Rettungswagens, einen Notarzt und weitere Menschen an. Wie das Rote Kreuz mitteilte, war ein Rettungsruf wegen einer scheinbar bewusstlosen Person in einer Hofeinfahrt eingegangen. Als der Mann auf eine Trage gelagert werden sollte, habe er plötzlich um sich geschlagen. Insgesamt wurden vier Menschen verletzt.

Auch mit einer Eisenstange habe der Mann versucht, in eines der zwei Rettungsfahrzeuge einzudringen und dabei eine Heckscheibe eingeschlagen. Die Rettungskräfte flüchteten, der Angreifer wurde anschließend von der Polizei überwältigt.

Einsatzkräfte mit Gegenständen beworfen

In Hamburg wurden Rettungskräfte behindert, als sie einem 20-Jährigen helfen wollten. Die Einsatzkräfte blieben zunächst im Fahrzeug sitzen, weil sie mit Gegenständen beworfen und beleidigt wurden.

Nachdem die Polizei die Lage beruhigen konnte, wurde eine verletzte Person mit Messerstich im Rücken von einem Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Vorab Respekt gefordert

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte angesichts einer Zunahme von Angriffen vorab Respekt gegenüber den Einsatzkräften gefordert. "Polizei und Rettungskräfte sind auch Silvester für Euch da. Lasst Sie Ihre Arbeit machen und greift Sie nicht an. Sie sind für Euch da", hatte GdP-Bundeschef Oliver Malchow mitgeteilt.

Scheiben des BGH zerschlagen

Ein anderes Symbol des Staates wurde in Leipzig Ziel von Aggressionen. Vermummte griffen in Leipzig die Außenstelle des Bundesgerichtshof an. Sie schlugen laut Polizei Fensterscheiben des fünften Strafsenats ein und versuchten, die Eingangstür in Brand zu setzen. Auch ein Nebengebäude wurde beschädigt.

Zudem waren spitze Gegenstände auf der Straße verteilt, so dass die Reifen von drei Feuerwehrwagen sowie eines Funkwagens der Polizei beschädigt wurden. Gegen Mitternacht hatte den Angaben zufolge eine Gruppe schwarz vermummter Menschen damit begonnen, Barrikaden auf der Straße zu bauen. Auch mehrere abgestellte Fahrzeuge wurden beschädigt. Das Polizeiliche Terrorismus- und Abwehrzentrum nahm Ermittlungen auf.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Januar 2019 um 08:08 Uhr.

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