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Dreharbeiten für das ZDF Kein Haftbefehl nach Angriff auf Kamerateam

Stand: 02.05.2020 19:53 Uhr

Nach dem Angriff auf ein Kamerateam der ZDF-"heute-show" in Berlin sind alle Festgenommenen wieder auf freiem Fuß. Laut Staatsanwaltschaft besteht kein dringender Tatverdacht.

Alle sechs Personen, die nach der Attacke auf ein ZDF-Kamerateam in Berlin festgenommen worden waren, sind wieder frei. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Bei vier habe kein dringender Tatverdacht vorgelegen, bei zwei seien keine Haftgründe gegeben gewesen.

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte am Morgen im rbb-Inforadio von einem "durchaus wirklich feigen Angriff" auf die Mitarbeiter der Satiresendung "heute-show" gesprochen.

Zu möglichen Hintergründen der Attacke wolle sie sich unter Hinweis auf laufende Ermittlungen noch nicht äußern. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, sagte sie.

Fünf Mitarbeiter der "heute-show" verletzt

Wie das ZDF gestern Abend mitgeteilt hatte, sei das Fernsehteam am Nachmittag in der Rochstraße in Berlin-Mitte von einer größeren Gruppe Vermummter angegriffen worden. Fünf Mitarbeiter der "heute-show" seien bei der Schläger-Attacke verletzt worden, vier von ihnen wurden in einer Klinik behandelt.

Ob der Angriff im Zusammenhang mit den Demonstrationen zum 1. Mai standen, blieb unklar.

Reporter ohne Grenzen verurteilt Angriff

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler verurteilte den Angriff. Die Pressefreiheit sei ein hohes Gut. "Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit", fügte er hinzu. Die für den Freitagabend geplante "heute-show", die schon im Vorfeld aufgezeichnet worden war, ging auf den Vorfall nicht ein. Das Team habe für die Sendung am 8. Mai gedreht, erklärte Himmler.

Reporter ohne Grenzen äußerte sich entsetzt über den Vorfall und forderte: "Die Täter*innen müssen schnell bestraft werden!"

Von einem "Schlag gegen die Presse- und Meinungsfreiheit" sprach auch die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse von ARD, ZDF und Deutschlandradio. "Unsere Reporterteams sind weltweit unterwegs, um die Menschen über Ereignisse und Entwicklungen zu informieren. Auch Satiresendungen wie die heute-show gehören zum Auftrag der Meinungsbildung", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Journalisten müssten daher durch die zuständigen Behörden und Einrichtungen umfassend geschützt werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Mai 2020 um 19:23 Uhr.

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