Frank Magnitz | Bildquelle: dpa

Angriff in Bremen Empörung über Gewalt gegen AfD-Politiker

Stand: 08.01.2019 12:02 Uhr

Politiker aller Parteien haben den Angriff auf den Bremer AfD-Chef Magnitz verurteilt. Der Bundestagsabgeordnete war von vermummten Tätern zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.

Der Bremer AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz ist durch mehrere unbekannte Männer schwer verletzt worden.

Er habe eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung erlitten, sagte Magnitz Radio Bremen: "Es hätte schlimmer kommen können und die Ärzte meinten, dass es ein Wunder sei, dass es nicht schlimmer gekommen ist". Er werde mindestens noch ein paar Tage im Krankenhaus liegen.

Vor dem Angriff habe nichts auf die bevorstehende Attacke hingewiesen. Nach dem Besuch des Neujahrsempfangs der Zeitung "Weser-Kurier" sei er auf dem Weg zu seinem Auto durch einen dunklen Hof gegangen. Dort sei er attackiert worden.

Empörung nach Angriff auf Bremer AfD-Politiker Magnitz
tagesschau 20:00 Uhr, 08.01.2019, Karin Dohr, ARD Berlin

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Polizei fahndet nach dunkel gekleideten Tätern

Mindestens drei Männer schlugen Magnitz laut Polizei mit einem unbekannten Gegenstand auf den Kopf und verletzten ihn schwer. Die Angreifer seien dunkel gekleidet gewesen und hatten Kapuzen oder Mützen getragen, teilte die Polizei mit. Sie konnten demnach zunächst unerkannt flüchten.

Aufgrund der Funktion des Geschädigten sei von einer politischen Motivation der Tat auszugehen. Die Polizei bildete eine Sonderkommission und rief Zeugen des Vorfalls auf, sich zu melden.

"Ergebnis der Hetze"

Zahlreiche AfD-Politiker verurteilten den Angriff und wünschten Magnitz baldige Genesung. Die "feige lebensbedrohliche Gewalt" sei "Ergebnis der Hetze von Politikern und Medien gegen uns", erklärten die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland. Politiker aller Parteien und die Bundesregierung müssten "Gewalt gegen die AfD ohne Wenn und Aber missbilligen".

Der rot-grüne Bremer Senat zeigte sich erschüttert über den Angriff und warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft: "Wir verurteilen diese Gewalttat auf das Schärfste", erklärten Bürgermeister Carsten Sieling, Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) sowie Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) gemeinsam. Keine Überzeugungen und keine Kritik rechtfertigten Gewalt gegen Andersdenkende.

Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb bei Twitter: "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein - völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind." Wer ein solches Verbrechen verübe, müsse "konsequent bestraft werden". Ähnlich äußerte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte: "Der brutale Angriff ist scharf zu verurteilen. Hoffentlich gelingt es der Polizei rasch, die Täter zu fassen."

"Keine Rechtfertigung"

Bundespolitiker aller Parteien zeigten sich empört über den Angriff auf Magnitz. Linke-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch erklärte, es gebe "keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen". Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sagte, Gewalt sei immer das falsche Mittel: "Gewalt hat in einer Demokratie nichts zu suchen."

SPD-Chefin Andrea Nahles twitterte: "Die AfD ist ein politischer Gegner unserer toleranten und friedlichen Gesellschaft. Aber wer die Partei und deren Politiker mit Gewalt bekämpft, verrät diese Werte und gefährdet unser Zusammenleben."

Explosion vor Parteibüro

Die AfD war in Bremen bereits mehrfach Ziel von Angriffen. Unter anderem wurden die Scheiben eines Parteibüros eingeschlagen und ein Auto demoliert. Auch in anderen Städten greifen Gewalttäter immer wieder AfD-Einrichtungen an.

So gab es in der vergangenen Woche vor einem Parteibüro im sächsischen Döbeln eine schwere Explosion. An dem Gebäude entstand ein erheblicher Schaden. Drei Männer wurden festgenommen. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß. Sie gelten aber weiterhin als tatverdächtig.

Am Wochenende wurden in Niedersachsen das Haus eines emsländischen AfD-Kreistagsabgeordneten beschmiert. In Berlin bewarfen Unbekannte ein Parteibüro in Berlin mit Farbbeuteln.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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