Shiva bei ihrer Rede auf dem alternativen Gipfel in Hamburg | Bildquelle: dpa

Kritik an G20-Staaten "Sherpas der Finanzindustrie"

Stand: 05.07.2017 14:48 Uhr

Vor Beginn des G20-Gipfels veranstalten Kritiker ein eigenes Treffen in Hamburg. Das Ziel: Alternativen zur aktuellen Politik erarbeiten. Bei der Eröffnung wurden die Führer der G20 hart angegangen. Sie seien weder willens noch fähig, die globalen Probleme zu lösen.

Als Gegenentwurf zum Treffen der G20 veranstalten in Hamburg Kritiker einen "Gipfel für globale Solidarität". Das Treffen wird von Organisationen wie Attac, BUND oder der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

Zum Auftakt beklagte die Globalisierungskritikerin und Trägerin des "Alternativen Nobelpreises", Vandana Shiva, eine "Wirtschaft der Gier", die von den Politikern gestützt werde. "Ich sehe die G20 selbst als Sherpas", sagte die Inderin in der Eröffnungsrede in Anspielung auf die "Sherpas" genannten hohen Regierungsbeamten, die den Weg zum Gipfel für die Staatsführer vorbereiten. "Sie sind die Sherpas der globalen Finanzwirtschaft." Die Führer der G20-Staaten seien weder willens noch fähig, die drängenden globalen Probleme zu lösen.

"Sie sind nur 20, aber wir sind sechs Milliarden"

Die 65-Jährige rief die G20 auf, die Verantwortung für die Erde und das Leben an die Bevölkerung zurückzugeben: "Sie sind nur 20, aber wir sind sechs Milliarden". Es seien vor allem die Menschen vor Ort, die sich für Umweltschutz oder für Flüchtlinge einsetzten. Demokratie müsse "direkter und dezentralisiert" werden.

In ihrem Heimatland lebten viele Menschen ohne ein Dach über dem Kopf, "aber ihnen wird eingeredet, dass sie alle ein Smartphone haben müssten", kritisierte Shiva.

Alternativen zur G20-Politik

Das zweitägige Treffen beschäftigt sich mit Ausbeutung, der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, der Macht multinationaler Konzerne, ihrer Monopolbildung und der Zerstörung natürlicher Ressourcen. Das Ziel der Kritiker sind Alternativen zur aktuellen Politik der G20-Staaten.

Mehr als 1500 Teilnehmer aus 20 Ländern werden in Hamburgs Kulturfabrik Kampnagel erwartet - darunter Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juli 2017 um 14:00 Uhr.

Darstellung: