Ein Mann und eine Frau auf dem Gipfel vom Taubenstein in den bayerischen Alpen. | Bildquelle: dpa

Forscher messen Bewegung Die Alpen zieht es gen Norden

Stand: 14.08.2018 19:25 Uhr

200 Millionen Jahre ist es her, dass sich die Alpen bildeten, und noch heute ist dieser Prozess nicht abgeschlossen. Eine neue Untersuchung zeigt: Die Alpen bewegen sich - Richtung Norden.

Für das bloße Auge ist es nicht zu erkennen: Die Alpen driften nach Norden. Wie Forscher der Technischen Universität München (TUM) in der Zeitschrift "Earth System Science Data" berichten, wandert das Gebirge im Schnitt im Jahr um einen halben Millimeter nordwärts und hebt sich um 1,8 Millimeter.

Das Team vom Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut wertete für seine Untersuchung die Messungen von mehr als 300 GPS-Antennen in den deutschen, österreichischen, slowenischen, italienischen, französischen und schweizerischen Alpen aus. Diese bestimmen seit zwölf Jahren im 15-Sekunden-Takt die Position.

Wanderer auf dem Eggishorn in den Schweizer Alpen. | Bildquelle: dpa
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Die Wanderer bestaunen die gewaltigen Berge der Alpen. Was sie nicht spüren: Der Grund unter ihnen bewegt sich - millimeterweise.

Regionale Besonderheiten

Die Daten flossen in ein Computermodell ein, das nun erstmals flächendeckend die Dynamik des gesamten Alpenraums veranschaulicht. Nach Angaben der Forscher zeigt es großräumige Bewegungsmuster wie auch regionale Besonderheiten. Demnach wandern die Alpen teils mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,3 Millimetern pro Jahr nach Nordosten. In Süd- und Osttirol werde diese Bewegung aber überlagert von einer Rotation in Richtung Osten, zugleich werde das Gebirge dort zusammengedrückt.

Auch die Hebung sei nicht überall gleich: Im südlichen Teil der Westalpen ist sie gering. In den Zentralalpen an der Grenze zwischen Österreich, der Schweiz und Italien erreicht sie mit über zwei Millimetern ein Maximum. Die Bewegungen seien die Folge der Gebirgsbildung, die vor 200 Millionen Jahren begonnen habe und bis heute andauere, berichten die Forscher.

Über dieses Thema berichteten die ARD Wissen am 21. August 2011 um 17:03 Uhr.

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