Jugendliche sitzen mit Alkohol auf einer Wiese | ARD-aktuell/Weiss

Zahlen für 2019 Rauschtrinken bei Jüngeren nimmt zu

Stand: 02.03.2021 15:20 Uhr

Rauschtrinken ist bei Kindern und Jugendlichen weiterhin stark verbreitet. 2019 kamen 14.500 Minderjährige mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Bei den unter 15-Jährigen stieg die Zahl deutlich.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland rund 14.500 Personen im Alter von 10 bis unter 18 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Rund 22 Prozent oder 3200 dieser wegen einer Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelten Kinder und Jugendlichen waren jünger als 15 Jahre. Das war ein Anstieg um 8,1 Prozent gegenüber 2018. Die Zahl der jüngeren Betroffenen nahm damit zuletzt wieder zu.

Doppelt so viele Fälle wie zur Jahrtausendwende

Dagegen ging die Zahl der Betroffenen im Alter von 15 bis unter 18 Jahren um 2,2 Prozent auf 11.200 zurück. Die Krankenhaus-Statistik zeigt zudem, dass die Zahlen bei Kindern und Jugendlichen zwar seit 2012 generell rückläufig sind, aber immer noch doppelt so hoch wie zur Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 waren knapp 7.000 Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs stationär in Behandlung. Den Höchstwert der vergangenen 20 Jahre gab es im Jahr 2012 mit rund 18.800 Fällen.

Jungen betrinken sich häufiger

Jungen neigen der Statistik zufolge mehr zum Rauschtrinken als Mädchen - wobei die Unterschiede nicht gravierend sind. Im Jahr 2019 mussten rund 7.900 Jungen wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus, das waren 55 Prozent aller Fälle. Rund 6.500 Betroffene waren Mädchen unter 18 Jahren. Auch die älteren Altersgruppen sind in der Statistik erfasst: Bei den 20- bis unter 25-Jährigen gab es im Jahr 2019 insgesamt 8.800 Fälle von stationär behandelter Alkoholvergiftung, bei den 40- bis unter 45-Jährigen 7.800 Fälle, und bei den 60- bis unter 65-Jährigen waren es 6.200 Fälle.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. März 2021 um 14:27 Uhr.