Regal mit Weinflaschen in einem Geschäft in Edinburgh | Bildquelle: AP

Suchtexperten ist Alkohol zu billig Schottische Preise als Vorbild?

Stand: 04.05.2018 08:43 Uhr

In Schottland gilt seit 1. Mai ein Mindestpreis für Alkohol. Wäre das auch etwas für Deutschland? Ja, sagen Suchtexperten. Denn in Deutschland werde auch deshalb so viel getrunken, weil Alkohol extrem billig sei.

Der in Schottland eingeführte Mindestpreis für Alkohol könnte nach Ansicht von Suchtexperten ein Vorbild für Deutschland sein. "Wer den Alkoholkonsum reduzieren will, muss dafür sorgen, dass die in Deutschland unverhältnismäßig niedrigen Preise für alkoholische Getränke angehoben werden", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es sei nachgewiesen, dass mehr Alkohol getrunken werde, wenn er wenig koste, so Gaßmann weiter. Ein Mindestpreis könne daher ein erster, wichtiger Schritt sein, um den Alkoholkonsum in Deutschland zu senken.

Deutschland ein "Hochkonsumland"

Auch der Suchtexperte des AOK-Bundesverbands, Kai Kolpatzik, plädierte für höhere Verkaufspreise. Deutschland zähle zu den "Hochkonsumländern". Die vor 14 Jahren eingeführte Steuer auf sogenannte Alkopops habe gezeigt, "wie wirksam man über gezielte Besteuerung eine positive Lebensstiländerung auf breiter Front einleiten" könne.

"Billig-Alkoholika haben nichts mit Genuss zu tun"

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, zeigte sich offen für Forderungen nach einem Mindestpreis. Alkohol sei in unserer Gesellschaft "viel zu allgegenwärtig, viel zu selbstverständlich", so die CSU-Politikerin. "Billig-Alkoholika zum Discountpreis haben nichts mehr mit Genuss zu tun, sondern zielen auf Masse und animieren gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum Saufen."

Suchtexperten fordern Mindestpreis für Alkohol
tagesschau 20:00 Uhr, 04.05.2018, Kerstin Breinig, RBB

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Rechtsstreit mit der Whisky-Industrie

In Schottland gilt seit dem 1. Mai ein Mindestpreis für Alkohol. Bier, Wein und Spirituosen müssen jetzt so teuer sein, dass der darin enthaltene reine Alkohol für 50 Pence (57 Cent) pro zehn Milliliter verkauft wird. Auf diese Weise sollen innerhalb von fünf Jahren rund 400 Todesfälle und etwa 8000 Klinikaufenthalte verhindert werden.

Vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit mit der Whisky-Industrie. Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens hatte aber im November die Einführung des Mindestpreises erlaubt. Die Richter gaben einer von der Scotch Whisky Association (SWA) eingelegten Berufung nicht statt. Bei dem Mindestpreis handle es sich um "ein angebrachtes Mittel, um ein legitimes Ziel zu erreichen", entschied das Gericht.

Alkoholsucht: Teuer allein reicht nicht
A. Wendler, ARD Berlin
04.05.2018 16:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 4. Mai 2018 um 7.25 Uhr.

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