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Discounter expandiert Neue Wohnung in Berlin? Ab zu Aldi!

Stand: 31.01.2018 16:22 Uhr

Der Lebensmittel-Discounter Aldi Nord will nun auch Immobilien bauen. In Berlin sollen 2000 Wohnungen entstehen - angeschlossene Filialen inklusive. An zwei Standorten hat der Bau schon begonnen.

Der Berliner Senat schätzt den Neubedarf an Wohnungen für die Stadt auf etwa 194.000 bis zum Jahr 2030. Wohnraum ist knapp an der Spree, und das ruft jetzt offenbar auch Bauherren auf den Plan, die bislang eher für den Handel mit Schokolade, Kaffee oder Dosenbier bekannt sind. Der Discounter Aldi Nord will nach eigenen Angaben 2000 Wohnungen in Berlin bauen. Und damit aus neuen Mietern auch gleich Kunden werden, sollen den Immobilien gleich Aldi-Filialen angeschlossen werden.

"Sind da völlig offen"

Die Aldi-Wohnungen sollen nach dem Bau vermietet werden. Ob dann Studenten einziehen oder Kindertagesstätten oder Pflegeheime eine neue Heimat bekommen, sei dem Unternehmen gleich. "Wir sind da völlig offen", sagte eine Sprecherin. In zwei Berliner Stadtvierteln, in Lichtenberg und Neukölln, hat Aldi nach eigenen Angaben bereits mit dem Bau begonnen. Zwei Filialen mit insgesamt 200 angeschlossenen Wohnungen sollen hier entstehen. Konkret geplant werde darüber hinaus schon an 15 weiteren Standorten.

Es ist laut Aldi-Sprecherin das erste Mal, dass der Konzern auf den Grundstücken seiner Filialen Wohnraum errichtet. Bisher gibt es lediglich einen ähnlichen Modellversuch in Hamburg: Dieser sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Januar 2018 um 15:43 Uhr.

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KOMMENTARE

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Zwicke 31.01.2018 • 23:14 Uhr

Gestern und heute...

Endlich hat sich ein (auch) deutschlandweit starker Konzern entschlossen, die alte Idee der Werks- oder Genossenschaftswohnungen neu zu interpretieren und zu beleben. Wer hier ein Geschmäckle "schmecht, mag beruhigt sein... Schon die alte Fuggerei des 16.Jhts (Sozialsiedlung in Regensburg für 1 Heller Jahresmiete) war gekoppelt an religiöse Fron (tägliche Gebete für den Stifter) und mithin getragen von erhoffter Belohnung des Stifters im Jenseits... Ebenso auch die Nachkriegs-Bergarbeitersiedlungen in den Kohle- u. Stahrevieren - hier nun aber schon mit deutlich weltlich-fiskalischen Vorteilsinteressen. _ Dennoch haben diese genossenschaftlichen Ideen ganz wesentlich zum Wiedererstarken Deutschlands beigetragen. Bis irgendwann schlaue Bänker und Börsianer meinten, das ginge doch alles noch viel lukrativer... nämlich privatwirtschaftlich... _ Heute stehen wir vor dem Scherbenhaufen dieses auch politisch fehlerhaften Resultats. Und nun kommt (ausgerechnet) ALDI... als neuer Fugger..?