Atomkraftwerk Grohnde

AKW-Stresstest der EU in der Analyse Die Mär von den sicheren deutschen Reaktoren

Stand: 05.10.2012 11:12 Uhr

Kein AKW ohne Verbesserungsbedarf

Im Unterschied zur bekannt gewordenen Vorab-Version werden in dem von EU-Kommission veröffentlichten Stresstest-Report für jedes Land, das Kernreaktoren betreibt, konkrete Empfehlungen gegeben. Erwähnung finden auch "good practices", also vorbildliche Sicherheitskonzepte.

Die Ergebnistabelle listet nicht nur 64 Reaktorstandorte, sondern alle 145 Reaktorblöcke auf. Ein genauerer Blick zeigt, dass kein einziger Reaktor ohne Sicherheitsmängel ist. Überall sehen die Inspektoren Verbesserungsbedarf, auch beim slowenischen Kernkraftwerk Krško. Vermerkt ist auch, wenn zu einem Mangel bereits Verbesserungen geplant sind, wie zum Beispiel beim niederländischen Kernkraftwerk Borssele in allen vier beanstandeten Punkten.

Beanstandungen wegdiskutiert?

Insgesamt hat die Zahl der Mängelrügen zwischen Vorab- und Endversion - auf die Standorte bezogen - von 264 auf 200 abgenommen, besonders auffällig ist die Abnahme in Frankreich von 114 auf 70. Hier zeigt sich, dass offenbar tatsächlich um jedes Kreuzchen gerungen wurde und es vielfach auch eine Frage der Interpretation ist, ob man einen Mangel aufführt oder nicht. Das betrifft auch die Frage, ob der Stresstest Anlass zur Abschaltung von Kernkraftwerken gibt.

Abschalten eine Frage der Interpretation

Der Begleittext der Endversion könnte das nahe legen. Denn bei Siedewasserreaktoren in Olkiluoto (Finnland) und Forsmark (Schweden) droht schon nach 30 bis 40 Minuten ohne Strom ein Überhitzen des Reaktorkerns. Andererseits soll gerade bei diesen Reaktoren die Notstromversorgung verbesserungsbedürftig sein. Kritisiert wird auch, wenn mehrere Reaktoren an einem Standort stehen und in den Störfallkonzepten der gleichzeitige Ausfall mehrerer Reaktoren nicht vorgesehen ist - ein zentrales Problem in Fukushima.

Einfach nach Zahl der beanstandeten Punkte sortiert, stehen die am wenigsten sicheren Reaktoren in Finnland (Olkilouto), in der Tschechischen Republik (Dukovany) und in Rumänien (Cernavoda). Mit nur einer Beanstandung schneiden der rumänische Reaktorstandort Paks und das inzwischen abgeschaltete Kernkraftwerk Ignalina in Litauen am besten ab. Für ein wirkliches Ranking müssten jedoch weitere Punkte berücksichtigt werden.

Stresstest: Fast alle EU-Atomkraftwerke weisen Sicherheitsmängel auf
04.10.2012

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Verengte Perspektive auf Kernkraftwerke

Dabei ist es durchaus sinnvoll, auch abgeschaltete Reaktoren im Stresstest zu berücksichtigen. Sie bergen nämlich weiterhin ein Risiko. Darum wird in dem Papier auch positiv hervorgehoben, dass der nationale belgische Stresstest nicht nur in Betrieb befindliche Kernkraftwerke unter die Lupe nahm, sondern auch Brennelementefabriken, Atommüll-Behandlungsanlagen und Zwischenlager sowie Forschungseinrichtungen. Im EU-Stresstest spielte das keine Rolle, wie schon nicht im Bericht der deutschen Reaktorsicherheitskommission vom Mai 2011.

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