Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer  | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutte

Merz und Kramp-Karrenbauer Streitfall AfD

Stand: 25.11.2018 11:01 Uhr

Im Kampf um den CDU-Vorsitz verschärft sich der Ton: Seine Partei habe den Erfolg der AfD mit einem "Achselzucken" hingenommen, sagte Merz. Das lässt sich Kontrahentin Kramp-Karrenbauer nicht bieten.

Über den Umgang mit der AfD ringt die CDU seit Jahren. Der Erfolg ist angesichts der guten Wahlergebnisse der Rechtspopulisten überschaubar. Doch tut die Partei genug? Darüber ist ein Streit zwischen zwei potentiellen Merkel-Nachfolgern entbrannt. Friedrich Merz, in den vergangenen Jahren auf der politischen Auswechselbank, wirft der CDU vor, den Erfolg der AfD mit einem "Achselzucken" zur Kenntnis genommen zu haben. Das sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

"Schlag ins Gesicht"

Für CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ist diese Äußerung "ein Schlag ins Gesicht für alle in der CDU, die vor Ort und in den Parlamenten seit Jahren gegen ständige Falschinformationen, gegen gezielte Vergiftungen des politischen Klimas, gegen Anfeindungen sowie gegen in Teilen offene Hetze durch die AfD kämpfen und Tag für Tag in der CDU Haltung zeigen".

In den Umfragen liegt Kramp-Karrenbauer derzeit vor Merz. Entsprechend selbstbewusst gibt sich die Merkel-Vertraute. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" betonte sie in Richtung Merz: "Ich habe Wahlen gewonnen mit 40 Prozent für die CDU und rund sechs Prozent für die AfD. Der eine traut sich's zu. Die andere hat's bewiesen. Das ist der Unterschied."

Was hilft gegen die AfD?

Merz hatte sich im Deutschlandfunk zum wiederholten Mal besorgt über das Erstarken der AfD geäußert. "Wenn wir in Deutschland wieder braune und schwarze Hemden sehen, der Hitlergruß gezeigt wird, Antisemitismus auf offener Straße zum Ausdruck [gebracht wird] und die CDU darauf erkennbar keine Antwort hat, und man mir sagt, du könntest helfen, das Problem zu lösen, dann sage ich: Okay, dann bin ich bereit, das zu tun und hier ist mein Angebot." Seiner Partei hielt er vor, nur zu sagen "wir müssen so stark werden, dass wir mitregieren oder dass ohne uns nicht regiert werden kann". Das sei ihm jedoch zu wenig.

Kramp-Karrenbauer warnte in der "FAS" davor, den Kampf gegen die AfD zu unterschätzen: "Jetzt so zu tun, als könne man einfach nur etwas Bestimmtes sagen oder beschließen und schon sei der Kampf gegen die AfD gewonnen, ist naiv."

Halbzeit im Rennen um Merkel-Nachfolge

Am Dienstag folgt in Böblingen die fünfte von acht Regionalkonferenzen, bei denen sich die aussichtsreichsten Bewerber der Basis vorstellen. Dabei tritt neben Merz und Kramp-Karrenbauer auch Gesundheitsminister Jens Spahn an. Die letzte Regionalkonferenz findet am Freitag in Berlin statt. Über die Nachfolge der seit 18 Jahren amtierenden Vorsitzenden Angela Merkel entscheidet der CDU-Parteitag am 7. Dezember.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. November 2018 um 07:03 Uhr.

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