Angela Merkel bei der Berliner "Compact with Africa"-Konferenz | Bildquelle: AP

Afrika-Konferenz in Berlin "Das ist der falsche Weg"

Stand: 19.11.2019 18:07 Uhr

Deutschland hat zur zweiten großen Afrika-Konferenz eingeladen. Klares Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit dem südlichen Kontinent drastisch auszubauen. Kritiker monieren, Afrika werde immer noch von oben herab behandelt.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Wer Geschäfte machen will, kommt an Afrika nicht vorbei. Und auch sonst ist der Kontinent weit mehr als nur im permanenten Krisenzustand. Das ist die Botschaft der Bundeskanzlerin im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. "Ob es um Frieden, Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Migration, und andere große Fragen unserer Zeit geht - wir alle sind uns einig, dass Afrika mit seinen über 50 Staaten und einer wachsenden, einer jungen Bevölkerung bei der Lösung globaler Fragen eine wichtige Rolle zukommt", so die Kanzlerin.

"Krisenbewältigungskontinent" Afrika

Der Krisenkontinent als Krisenbewältigungskontinent - diese Lesart soll Afrika vor allem Investoren aus der EU und aus Deutschland schmackhaft machen. Dafür aber, sagt die Kanzlerin, brauche es weiterhin Verbesserungen bei der Regierungs-Führung, vor Ort, in Afrika: "Wir glauben, dass mehr Transparenz auch mehr Investoren in diese Länder bringen kann. Wo investiere ich, und welche Bedingungen finde ich?"

"Compact with Africa": die deutschen Interessen
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.11.2019, Marie von Mallinckrodt, ARD Berlin

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Ein Investitions-Fonds mit einem Volumen von einer Milliarde Euro ist eingerichtet. Vor allem der Mittelstand ist gefragt, Mittel abzuschöpfen, um vor Ort zu investieren, sein Know-How einzubringen. Bei Ausbildung und Infrastruktur. Aber auch afrikanische Startups sollen leichter Gelder bekommen können.

Gut gedacht, nur schlecht gemacht, kritisiert Reinhard Palm von Brot für die Welt: "Ein Großteil des Geldes, 600 Mio Euro, geht tatsächlich nur an deutsche und europäische Firmen, das sind mittlere und Groß-Unternehmen. Schon hier ist es so, dass kleinere deutsche Unternehmen leer ausgehen."

Paternalistischer Ansatz

Den "Compact with Africa" - Ansatz kritisieren auch andere Entwicklungshilfe-Organisationen als wenig zielführend - genauso wie die Opposition. Einen unwirksamen Alleingang der Kanzlerin nennt die FDP "Compact", und einen paternalistischen Ansatz, also von oben herab mit Afrika über Afrika zu reden, sieht Uwe Kekeritz von den Grünen. "Momentan sind wir immer noch dabei, und gerade dieses "Compact" mit Afrika ist da ein negatives Beispiel, von außen Vorstellungen nach Afrika zu bringen, so muss es laufen, und so könnt ihr das machen und dann unterstützen wir euch. Das ist der falsche Weg."

Die Bundeskanzlerin jedoch ermutigte deutsche Firmen, auf dem Weg der Investitionen weiter zu gehen. Unter anderem soll es dafür staatliche Garantien geben. Es sei einiges in Bewegung gekommen, in den Staaten Afrikas, auch wenn noch viele Probleme, etwa bei der Terrorismusbekämpfung, nicht gelöst seien.

Deutschen Firmen gab Merkel ein afrikanisches Sprichwort auf den Weg. "Wenn du wissen willst, wie die Geschäfte auf dem Markt laufen, musst du dort hingehen, so ist das", sagte sie.

China und Russland schlechte Vorbilder

Bei allem Fokus auf wirtschaftliche Interessen gelte es jedoch, den politischen Preis nicht aus dem Auge zu verlieren, fordert der Afrika-Experte Till Stellmacher: "Man muss natürlich aufpassen, dass man diesen politischen Preis nicht zahlt und dabei Themen wie Demokratie und Menschenrechte völlig außen vorlässt und nur ausländische Investitionen im Blick behält. Man sollte tunlichst vermeiden, mit Ländern wie China und Russland konkurrieren zu wollen, die Menschenrechte nicht auf der Agenda haben."

Wer es mit Menschenrechten nach Angaben von Menschenrechts-Organisationen auch nicht so genau nimmt, ist der ägyptische Präsident Al-Sisi. Der ist in Berlin ebenfalls mit dabei, feiert heute Geburtstag - und bekam die allerbesten Wünsche der Kanzlerin: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Präsident, alles alles Gute, Ihnen"

100 Millionen Einwohner hat Ägypten, darunter sind sehr viele, sehr junge, sehr mobile Menschen. Wer Geschäfte machen will, kommt auch an Al-Sisis Ägypten nicht vorbei.

Wenig zielführend oder guter Ansatz? Die "Compact with Africa"-Initiative
Barbara Kostolnik, ARD Berlin
19.11.2019 17:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 19. November 2019 um 16:04 Uhr.

Korrespondentin

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Barbara Kostolnik, BR

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