Eine Afghanin und ihr Kind gehen vor ihrem Abflug in die USA zu einer Sammelstelle. (Archivbild) | dpa

Flüchtlinge in die USA gebracht Letzte Afghanen haben Ramstein verlassen

Stand: 30.10.2021 16:38 Uhr

Die letzten der Mitte August aus Kabul geretteten Afghanen sind vom US-Stützpunkt Ramstein in die USA ausgeflogen werden. Die größte humanitäre Luftbrücke der Geschichte ist damit beendet.

Die letzten der 34.900 afghanischen Flüchtlinge haben nach US-Angaben Deutschland wieder verlassen. Die letzten Flüge hätten die Menschen nach Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania gebracht, teilte die Armee mit. Von dort seien sie an andere Orte in den USA gebracht worden.

Die Afghaninnen und Afghanen waren im August aus Kabul gerettet und zum US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ausgeflogen.

Viele Freiwillige kümmerten sich

Die Rolle Ramsteins bei der größten humanitären Luftbrücke in der Geschichte sei damit beendet, so die US-Armee.. Seit der Ankunft hatten sich viele Organisationen um die Geflüchtete gekümmert. Auch etwa 2500 Freiwillige aus der Region seien im Einsatz gewesen - zum Beispiel bei Verpflegung, Englischkursen, Seelsorge, mit Spenden und anderer Unterstützung. "Ohne unsere deutschen Partner hätten wir es nicht geschafft", sagte der Geschäftsträger der US-Botschaft in Berlin, Clark Price.

Der erste Versuch die verbliebenen Schutzsuchenden in die USA auszufliegen, musste Mitte Oktober verschoben werden. Einige Menschen waren kurz vor der Ausreise positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie ein Sprecher der Airbase damals mitteilte. Zudem gab es Masern-Fälle.

Schwierige Rettungsaktion in Kabul

Mitte August hatten die radikal-islamischen Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul überraschend schnell eingenommen. Die USA, Deutschland und andere Länder flogen daraufhin binnen knapp zwei Wochen zehntausende Afghaninnen und Afghanen unter teils schwierigsten Bedingungen aus dem Land. Zeitweise spielten sich chaotische Szenen auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt ab.

Viele der Ausgeflogenen waren zuvor Ortskräfte gewesen, also Personen, die in irgendeiner Form für die westlichen Länder gearbeitet hatten. Nach dem Sturz der Regierung fürchteten sie um ihr Leben und das ihrer Angehörigen, weil sie von den Taliban als Verräter angesehen werden könnten. Zahlreiche Ortskräfte konnten aber keinen der Evakuierungsflüge erreichen.

Über dieses Thema berichtete SWR4 Rheinland-Pfalz in der Sendung "Am Mittag" am 27. Oktober 2021 um 12:00 Uhr.