AfD-Chef Jörg Meuthen beiner Sitzung des Europaparlaments | Bildquelle: dpa

AfD-Vorsitz Auch Meuthen für Höcke-Kandidatur

Stand: 14.07.2019 16:23 Uhr

Führende AfD-Politiker wollen, dass sich der Thüringer Landeschef Höcke auf dem Bundesparteitag zur Wahl stellt. Im Bericht aus Berlin äußerte sich nun Parteichef Meuthen. Für ihn wäre eine Kandidatur Höckes "folgerichtig".

Nach Aufruf führender AfD-Politiker an den thüringischen Landeschef und Rechtsaußen Björn Höcke, bei der nächsten Wahl des Bundesvorstandes anzutreten, hat sich auch Parteichef Jörg Meuthen für eine Kandidatur Höckes ausgesprochen. "Ich würde es begrüßen, wenn er es täte und fände es auch folgerichtig", sagte er im Bericht aus Berlin. Allerdings müsse Höcke "das selber wissen", sagte Meuthen.

In einer Partei könne "jeder, der nicht zufrieden ist mit der Führung der Partei", bei Neuwahlen für den Vorstand antreten, sagte Meuthen. Er habe Höcke bereits beim AfD-Parteitag in Hannover persönlich aufgefordert zu kandidieren. Damals habe dieser aber abgelehnt.

Jörg Meuthen, AfD, Bundessprecher, über den Richtungsstreit mit dem Höcke-Flügel
Bericht aus Berlin, 14.07.2019

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Ausschluss von "Flügel"-Mitgliedern "nicht machbar"

Einen Ausschluss von Mitgliedern des "Flügels", wie sie der ehemalige Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Helmut Seifen, ins Spiel gebracht hatte, lehnt Parteichef Meuthen ab. "Der 'Flügel' ist ein Teil unserer Partei", sagte er im Bericht aus Berlin. Er selbst kritisiere an Teilen der Gruppe, dass die Ausgrenzung nach Rechtsaußen "klarer" sein müsse.

Allerdings wäre es "eine Groteske", bis zu einem Viertel der Mitglieder ausschließen zu wollen. Dies sei nicht machbar, "und ich halte es auch nicht für richtig, solange sie sich mit Positionen bewegen, die innerhalb der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen und die Beschlüsse der Partei im Ganzen respektieren".

AfD-Politiker fordern Höcke heraus

Mehrere Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende hatten zuvor im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) verlangt, Höcke solle bei der nächsten Wahl des Bundesvorstandes antreten.

Dem Bericht zufolge hoffen sie darauf, dass Höcke bei einer solchen Wahl scheitern wird. Wenn jemand wie Höcke meine, nur er wisse, "wo es langgehe", dann sollte der auch "seinen Hut in den Ring werfen", sagte etwa der AfD-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Uwe Junge. Höcke müsse jetzt den "Schneid" haben, sich den Mitgliedern zu stellen. "Dann wäre das dann auch entschieden, und ich bin mir sicher, er wird scheitern", fügte er hinzu.

Demonstrative Einigkeit beim AfD-Wahlkampfauftakt in Brandenburg
tagesthemen 23:35 Uhr, 13.07.2019, Griet von Petersdorff, RBB

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Kritik von Höcke am Bundesvorstand

Höcke gehört der AfD-Rechtsaußen-Gruppe, dem "Flügel", an. Dieser wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Beim Treffen des völkisch-nationalistischen "Flügels" vor einer Woche hatte Höcke deutliche Kritik am aktuellen Bundesvorstand geübt: Wenn die Landtagswahl in Thüringen im Oktober vorbei sei, werde er sich "mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben", sagte er. Er könne "garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird".

Der Landesvorsitzende in Hessen, Klaus Herrmann, sagte der "FAS", Höcke habe mit seinen Attacken "die Machtfrage" gestellt. Deshalb dürfe er sich auf dem Bundesparteitag im November nicht verstecken.

Kandidatur ungewiss

Auch Herrmanns Mitvorsitzender Robert Lambrou forderte, Höcke müsse die Courage haben, "als Bundesvorsitzender zu kandidieren". Aus dem Bundesvorstand schlossen sich die stellvertretenden Vorsitzenden Kay Gottschalk und Georg Pazderski an.

Bisher hat der Rechtsaußen Höcke nicht für ein Amt im Bundesvorstand kandidiert. Laut "FAS" ist es auch dieses Mal ungewiss, ob er antreten werde.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Juli 2019 um 23:35 Uhr.

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