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AfD nach Merkel-Rückzug Verhaltener Jubel

Stand: 30.10.2018 09:59 Uhr

Die Unzufriedenheit über Merkel konnte die AfD für sich nutzen. Und nun? Fraktionschefin Weidel beeilt sich, auf programmatische Unterschiede hinzuweisen. Doch wie käme die AfD mit Merz oder Spahn klar?

Suche nach neuem Feindbild: So lässt sich die Situation der AfD nach dem angekündigten Rückzug von Angela Merkel beschreiben. Der seit Jahren bei Kundgebungen der Rechtspopulisten skandierte Slogan "Merkel muss weg" wird sich nun ja absehbar erledigen.

Im ARD-Morgenmagazin reklamierte die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, den Abschied von Merkel als Erfolg für ihre Partei. "Durch unseren Eintritt in den Bundestag und jetzt natürlich auch durch die Besetzung des letzten Landtags in der Bundesrepublik haben wir schon insgesamt die Parteien-Tektonik durcheinander gewirbelt", sagte Weidel.

Gauland: Spahn wäre ein Problem

Angesprochen auf die Nachfolge der langjährigen CDU-Vorsitzenden reagierte Weidel schmallippig. Es komme nicht auf die Person an, sondern auf die Programmatik, die ein Nachfolge-Kandidat vertrete, sagte sie.

Bereits am Montag hatte AfD-Chef Alexander Gauland eingeräumt, dass ein konservativerer CDU-Vorsitzender der AfD Probleme bereiten könnte. "Wenn morgen Herr Spahn Bundeskanzler wird, dann haben wir es schwerer." Sollte sich als Merkels Nachfolger dagegen jemand wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet oder Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther durchsetzen, würde sich für die AfD nichts ändern.

Merz? AfD will sich nicht positionieren

Und was wäre mit Friedrich Merz? In der Vergangenheit hatten sich AfD-Politiker positiv über den ehemaligen Unionsfraktionschef geäußert. "Merz hat das Problem, dass er die Partei hinter sich gelassen hat und nun wieder zurückkommt", sagte Weidel. Kontakt habe man mit ihm bisher nicht gehabt. Merz hatte am Montag via "Bild"-Zeitung seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt und dafür aus dem CDU-Wirtschaftsflügel Unterstützung erhalten. Ob er tatsächlich kandidiert, steht noch nicht fest.

Weidel wollte sich nicht festlegen, welchen der bislang bekannten Interessenten für die Merkel-Nachfolge - Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz - ihre Partei bevorzugen würde.

Ein Jahr AfD im Bundestag - Wie sich die Debattenkultur im Parlament verändert hat
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.10.2018, Tamara Anthony, ARD Berlin

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Union und AfD? "Passen programmatisch nicht zueinander"

Für die AfD dürfte eine konservativere Union unabhängig von der Personalie zum Problem werden. Viele enttäuschte CDU-Wähler waren in der Vergangenheit zu den Rechtspopulisten abgewandert. Auch deshalb versucht die AfD nun, außer Merkel andere Kritikpunkte zu finden. "Wir müssen festhalten, dass sich die CDU in den letzten Jahren komplett sozialdemokratisiert hat und von ihrer Programmatik nach links gerückt ist", sagte Weidel im ARD-Morgenmagazin.

Eine Zusammenarbeit mit der Union sei nicht vorstellbar, "weil wir programmatisch nicht zueinander passen". Ähnlich hatte sich auch Gauland geäußert. Er geht davon aus, dass eine Koalition zuerst in Ostdeutschland möglich wäre.

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