Alice Weidel | Bildquelle: dpa

AfD-Spendenaffäre um Weidel Verwandt, befreundet, Strohleute

Stand: 28.03.2019 18:00 Uhr

Neue Ungereimtheiten in der AfD-Spendenaffäre um Fraktionschefin Weidel: Auf der angeblichen Spenderliste stehen nach Informationen von NDR, WDR und SZ offenbar viele Strohleute, die sich zum Großteil auch noch gut kennen.

Von Sebastian Pittelkow, NDR, sowie Katja Riedel und Georg Wellmann, WDR

Die AfD-Spendenaffäre wird immer undurchsichtiger: Auch die angebliche Spenderliste im Fall um Fraktionschefin Alice Weidel besteht offenbar fast ausschließlich aus Strohleuten aus Deutschland, Spanien und einem Geschäftsmann aus Belgien. Die Liste liegt NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" vollständig vor.

Mindestens zwölf der 14 Spender sind untereinander verwandt oder befreundet, einige der Namen stehen auch auf anderen Spenderlisten. Mehrere haben nach Informationen von NDR, WDR und SZ bereits bei der Kripo ausgesagt, nur Strohleute zu sein. Sie hoffen auf Straffreiheit.

Noch eine weitere dubiose Spende

Einer der genannten angeblichen Spender gehört nicht zu diesem Kreis: Es handelt sich um einen Geschäftsmann aus Belgien, der nach eigenen Angaben direkt aus der Schweiz angeworben worden ist, seinen Namen zur Verfügung zu stellen. Unter seinem Namen ist auf dem fraglichen Wahlkreiskonto im Kreisverband Bodensee im April 2018 sogar noch eine weitere, bislang unbekannte Spende in Höhe von 9000 Euro eingegangen.

Sie gehört zu Spenden, die auf diesem Konto im Frühjahr 2018 in enger Folge von insgesamt drei Personen in einer Gesamthöhe von 38.000 Euro eingegangen sind, zum Teil in mehreren Tranchen. Die Spenden sind dem AfD-Bundesverband erst jetzt bekannt geworden.

AfD: Alle offenen Fragen sollen geklärt werden

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Laut Weidel gibt es keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten.

Neben dem Belgier soll noch mindestens einer dieser Spender auch auf einer der anderen Strohmannlisten auftauchen - auf einer Spender-Liste, die die Schweizer Goal AG erstellt hatte. Die Goal AG hatte solche Listen für die fraglichen Spendenfälle des AfD-Chefs Jörg Meuthen und des Europawahlkandidaten Guido Reil auf Anfrage der Partei an den AfD-Bundesverband geschickt.

AfD-Fraktionschefin Weidel ließ durch ihren Strafverteidiger grundsätzlich erklären, Anhaltspunkte für ein rechtswidriges oder gar strafbares Verhalten seiner Mandantin fänden sich in den Ermittlungsakten nicht. Genauere Nachfragen zum Sachverhalt ließ Weidel unbeantwortet - ebenso wie die AfD. Sie schrieb auf Anfrage, es sei im ureigensten Interesse der Partei, dass alle offenen Fragen vollständig geklärt würden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. März 2019 um 17:00 Uhr.

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