Ärztin mit Stethoskop | Bildquelle: a (Hamann)

Neuer Gesetzesentwurf Mehr Geld für offene Sprechstunden

Stand: 20.07.2018 05:28 Uhr

Zum Arzt ohne Termin? Das bedeutet meistens, viel Geduld mitbringen. Doch Gesundheitsminister Spahn will dagegen angehen: Den Patienten winken mehr offene Sprechstunden, die Ärzte sollen mehr Geld erhalten.

Ärzte, die künftig zusätzliche offene Sprechstunden ohne Terminvergabe anbieten, sollen dafür auch mehr Geld bekommen. Diese Pläne sieht ein Gesetzesentwurf vor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Kürze vorlegen will, wie er im "Deutschen Ärzteblatt" ankündigte. So soll bundesweit die Patientenversorgung verbessert werden.

Jens Spahn | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutte
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Mehr Sprechstunden sollen für die Ärzte auch mehr Geld bedeuten, so die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn.

"Überlaufventil" gegen lange Wartezeiten

"Ärzte, die uns dabei helfen, die Versorgung zu verbessern, sollen höher und außerhalb des Budgets vergütet werden", versicherte Spahn. Die zusätzliche Vergütung winkt all jenen Ärzten, die pro Woche mindestens fünf Sprechstunden abhalten, für die die Patienten vorher keinen Termin vereinbart haben müssen. Diese Sprechstunden sollen laut Spahn wie eine Art "Überlaufventil bei zu langen Terminwartezeiten" wirken.

Geplant ist eine Art Grundpauschale, aber auch, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annehmen, soll es dafür mehr Geld geben.

Verhandlungen stehen noch aus

Noch ist aber nicht ganz klar, welche Arztgruppen solche Zusatz-Sprechstunden unter welchen Bedingungen anbieten sollen. Dazu soll es Verhandlungen zwischen der Ärzteschaft und den Krankenkassen geben. Auf die Ausweitung der Mindestsprechstunden hatten sich Union und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt. 

Der Gesetzesentwurf sieht nach Angaben des CDU-Ministers zudem vor, die Mindestsprechstunden von Ärzten von 20 auf 25 Stunden pro Woche zu erhöhen. Auch die Servicestellen zur Terminvergabe an Patienten sollen ausgebaut werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2018 um 06:00 Uhr.

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