Eine Person hält ein 9-Euro-Ticket in der Hand. | picture alliance/dpa/Arne Dedert

Nachfolger für 9-Euro-Ticket Einigung soll Mitte Oktober stehen

Stand: 19.09.2022 17:38 Uhr

Seit Wochen wird über eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket diskutiert. Nun ist offenbar ein Ende in Sicht: Bund und Länder wollen sich bis zum 12. Oktober einigen - dem Termin der nächsten Verkehrsministerkonferenz.

Die Bundesländer haben erneut ihren Willen bekundet, einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket mitzufinanzieren. Sie setzen dabei jedoch nun auf eine Einigung mit dem Bund bis Mitte Oktober. Das sagte die Bremer Verkehrssenatorin Maike Schäfer (Grüne) als Vorsitzende der Länder-Verkehrsministerkonferenz. "Wir sind einen guten Schritt weiter gekommen."

Voraussetzung sei aber deutlich mehr Geld des Bundes als die bisher in Aussicht gestellten 1,5 Milliarden Euro. Dafür habe man eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die spätestens bis 12. Oktober, dem Termin der nächsten Konferenz, ein Ergebnis liefern soll. Bundesverkehrsminister Volker Wissing begrüßte es, dass die Länder nun mit dem Bund ein Folgeticket zum 1. Januar 2023 einführen wollen. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel, es brauche dafür schnelle Entscheidungen. Zusätzliches Geld stellte er jedoch nicht in Aussicht.

49-Euro-Ticket im Gespräch

Die Ampel-Koalition hatte das Ticket für neun Euro pro Monat von Juni bis August als Ausgleich für die gestiegene Belastung durch die Energiepreise beschlossen. Das deutschlandweite Nahverkehrs-Ticket verkaufte sich 50 Millionen Mal und gilt als großer Erfolg. Die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen glich der Bund mit 2,5 Milliarden Euro aus. Diskutiert wird nun unter anderem über ein 49-Euro-Ticket, das laut Schäfer jährlich drei Milliarden Euro zusätzlich kosten würde.

Der Nahverkehr steht unter der Regie der Länder, der Bund muss ihn aber mitfinanzieren. Wissing will dafür die Hälfte zur Verfügung stellen. Die andere Hälfte würden die Ländern übernehmen, wie Schäfer andeutete. Allerdings pochen sie auf weitere Mittel: So müssten 1,5 Milliarden Euro zusätzlich für den Ausbau des Nahverkehrs vom Bund als sogenannte Regionalisierungsmittel kommen, da er hier eine Erhöhung jenseits des Tickets zugesagt habe. Ferner müsse noch einmal Geld in ähnlicher Höhe zum Ausgleich für die drastisch gestiegenen Energiepreise fließen.

Wissing plädiert für einfachere Strukturen

Wissing wies auf den Beschluss des jüngsten Koalitionsgipfels hin, mit dem man die 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt habe. Zudem sei Geld nicht das einzige Problem: "Die Hürden sind im Nahverkehr zu groß, die Tarife zu komplex, die Einstiegspreise zu teuer", kritisierte er. "Wir brauchen einfachere Strukturen, damit wir die Digitalisierung schaffen." Das sei wichtig, um das Land zu modernisieren. Dennoch halte er es für machbar, ein Nachfolge-Ticket zum Januar anzubieten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. September 2022 um 18:00 Uhr.