Ein Fahrgast steigt am Alexanderplatz (Berlin) in eine U-Bahn ein. | picture alliance/dpa

März oder April? Starttermin für 49-Euro-Ticket weiter unklar

Stand: 26.11.2022 16:30 Uhr

Die einen rechnen im März mit der Einführung des 49-Euro-Tickets, die anderen im April. Einen offiziellen Starttermin gibt es bislang nicht. Klar scheint dagegen: Mit der Einführung wird es wohl nicht mehr Züge geben.

Der genaue Starttermin des von Bund und Ländern geplanten 49-Euro-Monatstickets im Nah- und Regionalverkehr ist weiter offen. Gewerkschaften und Verbände rechnen allerdings damit, dass das Ticket erst in ein paar Monaten kommt.

März oder April möglich

So geht die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) inzwischen von einer Einführung im Frühling aus. "Realistisch erscheint aus unserer Sicht eine Einführung des Deutschlandtickets zum 1. April, weil einige Fragen der Umsetzung noch ungeklärt sind", sagte EVG-Chef Martin Burkert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Nötig ist laut Burkert eine Ansage des Bundesverkehrsministeriums. Er forderte: "Der Bund muss ein sicheres Startdatum für das "Deutschlandticket" nennen und den Ländern eine Kostenevaluation anbieten." Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hält dagegen einen Start des Tickets Anfang März für realistisch.

Offiziell ist nur: Ticket soll Anfang 2023 kommen

Vonseiten des Bundes ist bislang nur klar: Das bundesweite 49-Euro-Ticket soll Anfang 2023 kommen. So hatte es Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) angekündigt. Ein Starttermin bereits im Januar gilt aber zunehmend als unwahrscheinlich.

Maskenpflicht steht auf der Kippe

Nicht nur der Starttermin ist noch unklar, sondern auch, ob und wie es mit der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln weitergeht. Für eine Sonderkonferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern am Dienstag hat Bremen als Vorsitzland den Antrag eingereicht, die Maskenpflicht im ÖPNV bundesweit zur Einführung des 49-Euro-Tickets Anfang März abzuschaffen - falls die Pandemielage dies zulässt. Angestrebt wird ein einheitliches Vorgehen der Länder.

Finanzierungsfragen für Verkehrsunternehmen teils noch offen

Und auch die Finanzierung des Tickets durch Bund und Länder sorgt weiter für Uneinigkeit. Auch aus Sicht der Verkehrsunternehmen sind noch Finanzierungsfragen offen. Burkert von der EVG sagte dazu, der Bund sollte bereit sein, falls nötig mehr Geld als 1,5 Milliarden Euro für das Ticket bereitzustellen.

"Spätestens sechs Monate nach Start des Deutschlandtickets muss der Bund die bisher entstandenen Kosten mit den Ländern evaluieren und gegebenenfalls Gelder nachschießen", betonte er. Dieses Zugeständnis sollte der Bund auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz an die Länder machen. Sonst drohe ein "klimapolitischer Totalschaden".

Deutsche Bahn: "kein Platz für zusätzliche Züge"

Die Deutsche Bahn betonte unterdessen, sollte die Nachfrage im Regionalverkehr durch das 49-Euro-Ticket steigen, gebe es kaum Spielraum für ein größeres Angebot. "Im Regionalverkehr rund um die großen Knotenbahnhöfe gibt es keinen Platz für zusätzliche Züge", sagte der für die Infrastruktur verantwortliche Bahn-Vorstand Berthold Huber der "Welt am Sonntag". Man könne aus einem Halbstunden- keinen Viertelstundentakt mehr machen: "Die Infrastruktur ist dicht."

Man müsste versuchen, mehr Plätze in den Zügen bereitzustellen, aber auch hier gebe es Grenzen. "Die Infrastruktur verzeiht lange, aber jetzt ist der Punkt erreicht, wo es nicht mehr geht und die Lage zu kippen droht." Oberste Priorität müssten die Sanierung und Kapazitätserweiterung des überalterten Netzes haben, dessen Störanfälligkeit immer größer werde.

"Zu wenig Netz für zu viel Verkehr"

Die Pünktlichkeit sei dieses Jahr inakzeptabel - und die Infrastruktur verursache einen großen Teil dieses Problems, betonte Huber. Der Sanierungsstau betrage 50 Milliarden Euro.

Es gibt das Problem, dass wir zu wenig Netz für zu viel Verkehr haben.

Deshalb würden 2023 deutlich mehr Mittel eingeplant, als der Bundeshaushalt vorsieht, auch wenn dieser Betrag das wirtschaftliche Ergebnis der Deutschen Bahn belaste, sagte der Bahn-Vorstand. Weniger Instandhaltung, weil das Geld fehle, sei keine Option mehr.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 26. Juni 2022 um 15:15 Uhr.