Eine Flasche des Whiskys "Glen Buchenbach" steht auf einem Tisch im Hofladen der Waldhornbrennerei. | Bildquelle: dpa

Gerichtsurteil Schwäbischer Whisky ist kein "Glen"

Stand: 07.02.2019 13:52 Uhr

Ein Schwabe im Schottenrock? Das passt irgendwie nicht. So entschied es nun auch das Landgericht Hamburg und untersagte einer Distillerie nahe Stuttgart, ihrem Whisky einen schottischen Namen zu geben.

Der nahe Stuttgart gebrannte Whisky "Glen Buchenbach" braucht einen neuen Namen. Richter am Landgericht Hamburg urteilten, dass das "Glen" in "Buchenbach" gegen die besonders geschützte geografische Bezeichnung "Scotch" verstoße. Das Gericht gab damit der Klage schottischer Whisky-Produzenten statt. Diese hatten letztlich erfolgreich argumentiert, dass die meisten Whiskys in Europa mit dem Namenszusatz "Glen" doch schottischen Ursprungs seien. Ein Glen aus Schwaben? No way.

In der Krux der Klage ging es um die EU-Spirituosenverordnung. In dieser wird nämlich nicht nur die direkte Verwendung der geografischen Herkunftsbezeichnung geschützt - also der "Scotch" - sondern auch angrenzende irreführende Bezeichnungen, so wie in diesem Fall das "Glen". Auch klarstellende Hinweise auf der Verpackung, dass der "Glen Buchenbach" doch aus Schwaben und eben nicht aus Schottland kommt, sind laut der EU-Verordnung nicht ausreichend.

Schon im Juni vergangenen Jahres hatten sich die Richter des Europäischen Gerichtshofes mit diesem Fall beschäftigt, ihn dann aber postwended in die deutsche Justiz zurückgeschickt.

Über dieses Thema berichtete der ARD Morgenmagazin am 07. Februar 2019 um 05:44 Uhr.

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